Nachfrage nach Arbeitskräften im März gestiegen

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Auch das Ifo-Institut konstatatiert wachsende Nachfrage

Die Arbeitskräftenachfrage deutscher Unternehmen zieht an: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) teilte am Dienstag mit, die Nachfrage zeige sich im März "deutlich belebt". Das Ifo-Institut in München teilte mit, laut Umfrage wollten die Betriebe zunehmend neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen - vor allem in der Industrie.

Der Stellenindex der Arbeitsagentur (BA-X) stieg von Februar bis März deutlich um vier auf 102 Punkte. Er liegt damit erstmals seit März 2020 wieder über dem Wert von 100 Punkten, wie die BA erklärte.

Die Stellenmeldungen nahmen demnach in fast allen Branchen zu - deutlich war der höhere Bedarf etwa in der Landwirtschaft und auch dem Gastgewerbe. Ein merkliches Plus sei bei Sonstigen Dienstleistungen (etwa Friseure), im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe zu konstatieren.

Der BA-X beruht auf den bei der BA gemeldeten Stellenangeboten und wird monatlich veröffentlicht. Der saison- und kalenderbereinigte Indikator bildet die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage am ersten Arbeitsmarkt unabhängig von jahreszeitlichen Einflüssen ab und spiegelt die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen wider.

Auch das Ifo-Beschäftigungsbarometer stieg an: von 94,5 Punkten im Februar auf 97,6 Punkte im März. Das ist der höchste Wert seit Februar 2020, wie das Münchner Forschungsinstitut erklärte. "Der Arbeitsmarkt setzt zur Erholung an, trotz des Lockdowns", sagte Klaus Wohlrabe vom Ifo.

Die starke Industriekonjunktur motiviert demnach die Unternehmen der Branche zu ersten Neueinstellungen. Insbesondere die Elektroindustrie suche neue Mitarbeiter. Auch im Dienstleistungssektor haben sich die Beschäftigungserwartungen laut Ifo-Umfrage "spürbar" verbessert, vor allem in der Logistik und bei den IT-Dienstleistern.

Im Handel habe sich die Lage "etwas" erholt - im Großhandel herrsche leichter Optimismus, im Einzelhandel würden weiter Mitarbeiter entlassen. Im Baugewerbe gibt es laut Umfrage im Moment wenig Bewegung.

Die Bundesarbeitsagentur warnte am Dienstag allerdings auch angesichts steigender Neuinfektionen mit dem Coronavirus: Es bleibe abzuwarten, ob die positive Entwicklung Bestand hat.

ilo/hcy