Nachfolger für Kubas Staatschef Raúl Castro soll im April ernannt werden

Der kubanische Staatschef Raúl Castro wird im April kommenden Jahres sein Amt abgeben. Die kubanische Nationalversammlung beschloss am Donnerstag, am 19. April den Staatsrat zu wählen, der wiederum Castros Nachfolger bestimmen wird

Der kubanische Staatschef Raúl Castro wird im April kommenden Jahres sein Amt abgeben. Die kubanische Nationalversammlung beschloss am Donnerstag, am 19. April den Staatsrat zu wählen, der wiederum Castros Nachfolger bestimmen wird. Ursprünglich war dies nach der Wahl der etwa 600 Abgeordneten der Nationalversammlung Ende Februar vorgesehen. Der Wahlkalender wurde aber nach dem Durchzug des verheerenden Hurrikans "Irma" im September abgeändert.

Castro hatte 2006 die Amtsgeschäfte von seinem inzwischen verstorbenen älteren Bruder Fidel Castro übernommen. 2008 wurde er dann formell zum Staatschef gewählt. Der 86-Jährige hat bereits seinen Verzicht auf ein weiteres Mandat verkündet, will aber an der Spitze der Kommunistischen Partei bleiben. Seine Amtszeit dauert noch bis zum nächsten Parteitag 2021. Er wäre dann 90 Jahre alt.

Als aussichtsreichster Kandidat für das Präsidentenamt gilt Castros 57-jähriger Stellvertreter Miguel Díaz-Canel, Mitglied des Politbüros der Kommunistischen Partei Kubas. Es wäre der erste Generationswechsel an der kubanischen Staatsspitze seit der Revolution im Jahr 1959.

Der 19. April, an dem jetzt die Nationalversammlung den Staatsrat wählen soll, wird in Kuba als Tag des "Fiaskos in der Schweinebucht" begangen. Am 19. April 1961 scheiterte der Versuch von Exilkubanern, mit einem vom US-Auslandsgeheimdienst CIA unterstützten Invasionsversuch die Revolution rückgängig zu machen.

Truppen unter Fidel Castros persönlicher Leitung schlugen die vom ehemaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower initiierte und von seinem Nachfolger John F. Kennedy gebilligte Invasion nach nicht einmal drei Tagen nieder. Bei den Kämpfen kamen 120 Exilkubaner und 176 kubanische Soldaten ums Leben.