Nachbarn rufen Polizei wegen Babygeschrei – so witzig reagieren die Eltern

In Berlin haben Nachbarn die Polizei gerufen, weil sie sich von einem weinenden Baby nebenan gestört fühlten. Die Eltern des kleinen Schreihalses konterten mit einem Brief der besonderen Art.

Symbolbild: Weil ein Baby zu laut war, riefen Nachbarn in Berlin die Polizei. (Bild-Copyright: Ilka Burckhardt/ddp Images)

Lärm ist in einem Mehrfamilienhaus nichts Seltenes. Aber wenn es sich bei dem Krach um Babygeschrei handelt, zeigen Nachbarn Verständnis – oder? Manche Mieter in Berlin Charlottenburg offenbar nicht.

Die Anwohner hatten nur wenig Geduld mit ihrer einjährigen Nachbarin und riefen kurzerhand die Polizei. Genau das geht nun aus einem Aushang hervor, den das Portal “Notes of Berlin” veröffentlicht hat. Dabei handelt es sich um einen offenen Brief der Eltern. Die ließen den Vorfall nämlich nicht auf sich sitzen und verfassten eine Nachricht an die genervten Nachbarn, und zwar aus der Sicht ihres 14 Monate alten Babys.

In dem Schreiben erzählt das Kind, dass es immer mal wieder weinen müsse: Wenn es beim Laufen fällt, es schlechte Laune hat, seine Windeln gewechselt werden oder auch bei Hitze. “Die letzten Tage war es wirklich heiß, Mama hat extra die Fenster aufgemacht, aber irgendwie war mir trotzdem warm und da musste ich schreien”, heißt es in dem Brief unter anderem.

Der kleine Schreihals meint auch: “Komisch fand ich gestern die zwei Polizisten in Uniform mit Pistole. Ich habe nicht verstanden, wieso die zu mir nach Hause gekommen sind und so komische Fragen gestellt haben.” Das Baby hat nun selbst eine Frage, und zwar an seine Nachbarn: “Macht man das so in dieser Welt … in diesem Haus? Oder redet man nicht lieber miteinander?”

Sorgen wegen der Beschwerde der Nachbarn mache sich das Baby aber nicht, “denn nach vielen Gesetzen darf ich so viel schreien, wie ich möchte”, heißt es weiter. Tatsächlich gilt Babygeschrei nicht als Ruhestörung, und wie unter anderem schon der Bundesgerichtshof in Karlsruhe urteilte. Denn niemand kann verhindern, dass ein Neugeborenes nachts einmal schreit. Nachbarn müssen den Lärm von Kindern deshalb ertragen. Generell gilt: Je kleiner die Kinder, desto eher haben sie ein Recht darauf, gelegentlich Krach zu machen. Werden die Kinder allerdings älter, dann können sich Mieter durchaus auf Ruhestörung berufen.