Nach US-Amoklauf: Diese Hunde sollen Augenzeugen Trost spenden

Ein Golden Retriever lässt sich von Schülern der Marjory Stoneman Douglas Highschool streicheln. (Bild: AP Photo)

Hunde haben sich längst auch für therapeutische Zwecke bewährt. Nach dem Amoklauf an einer US-Schule werden nun Dutzende Golden Retriever eingesetzt, um Überlebende bei der Trauerbewältigung zu begleiten.

Der US-amerikanische Bestseller-Autor Dean Koontz hat einmal gesagt: „Einen Hund zu schmusen, zu streicheln und zu hätscheln, beruhigt Geist und Seele fast so sehr wie tiefe Meditation und ist für die Seele beinahe so gut wie beten.“ Einen ähnlichen Effekt erhoffen sich jetzt auch die Helfer, die den Menschen nach dem jüngsten Amoklauf in den USA beistehen. Hier spielen die Retriever der Lutheran Church Charities (LCC), einer gemeinnützigen christlichen Einrichtung, eine Rolle, die regelmäßig Hunde zu Therapiezwecken einsetzt.

Nach dem Amoklauf mit 17 Toten und 14 Verletzten an der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland, Florida, entsandten die LCC nun 17 ihrer Hunde in den südlichen US-Bundesstaat. 29 Hundebetreuer aus zehn verschiedenen Bundesstaaten reisten mit an, um die Vierbeiner mit Überlebenden und Augenzeugen zusammenzubringen. Bilder zeigen, wie der Service von den Betroffenen gerne in Anspruch genommen wird – unter anderem von diesem Lehrer der Highschool namens Matt.


Bei den meisten der Hunde handelt es sich dabei um Golden Retriever. Diese Rasse gilt als äußerst intelligent, ruhig und menschenzugewandt. Die Tiere sollen den traumatisierten Schülerinnen und Schülern, aber auch den Eltern, Lehrkräften und weiterem Schulpersonal dabei helfen, die schreckliche Gewalttat zu verarbeiten.

„Wenn Menschen einen Hund bekommen, entspannen sie. Und wenn sie entspannen, sind sie in der Lage, über das zu reden, was sie durchmachen“, sagte Tim Hetzner zu Yahoo. Der Präsident und Vorsitzende der LCC sagte außerdem: „Eine Schlüsselrolle im Heilungsprozess ist die Fähigkeit, über das Erlebte zu sprechen.“


Die LCC trainieren die Hunde ab deren achter Lebenswoche für einen Zeitraum von 16 bis 18 Monaten. Sobald die Hunde ihre „Ausbildung“ durchlaufen haben, werden sie in den zahlreichen lutherischen Gemeinden in den USA als „Community Dog“, also als Gemeinschaftshund, eingesetzt. Im Falle von Katastrophen werden die Hunde jedoch aus ihrer Umgebung geholt und zu dem jeweiligen Einsatzort gebracht, um dort als freudige Spielkameraden oder verschmuste Tröster zu wirken.

Die Hunde „bellen nicht, beißen nicht, springen nicht an einem hoch“, so Tim Hetzner. „Ihnen wurde beigebracht, sich entweder hinzusetzen oder hinzulegen – je nach Situation.“ Die Hunde der LCC wurden in der Vergangenheit auch nach den Amokläufen in Las Vegas, an der Sandy Hook Elementary School und bei vielen weiteren Tragödien eingesetzt.

Das sogenannte „K-9-Programm“, das die Therapiearbeit mit den Hunden umfasst, betreiben die Lutheran Church Charities seit 2008.