Nach Uno kommt Dos: Spielehersteller Mattel bringt Kartenspiel-Nachfolger auf den Markt

Der Spielehersteller Mattel hat ein neues Kartenspiel namens „Dos“ entwickelt, das ähnlich wie Uno gespielt wird. (Bild: AP Photo)

Das Interesse an richtigem Spielzeug sinkt. Der Spielwarenhersteller Mattel hat deshalb ein Kartenspiel entwickelt, das dem Karten-Klassiker Uno ähnelt – und doch neuen Spielspaß bringen soll.

Für die Namensgebung hat man einfach weiterhin auf Spanisch gesetzt: Nach Uno für „eins“, soll nun Dos, übersetzt also „zwei“, für Spielspaß bei Groß und Klein sorgen. Ähnlich wie beim Spiel Mau-Mau gilt es bei Uno, die eigenen Karten möglichst schnell loszuwerden. Jeder Spieler bekommt sieben Karten, die oberste Karte vom Stapel wird offen aufgedeckt. Nun muss entweder die Farbe oder die Zahl der bereits ausliegenden Karte mit einer der Handkarten übereinstimmen. Hat man keine passende Karte, muss eine Strafkarte gezogen werden. Die Regeln für Dos sind ebenso simpel wie beim Vorgänger: Statt eines Kartenstapels gibt es nun zwei, außerdem dürfen statt einer Karte bei dieser Variante gleich zwei abgelegt werden.

Uno zählt seit fast 50 Jahren zu den erfolgreichsten Spielen des kalifornischen Unternehmens. Während Produkte wie Barbie und Hot Wheels laut der „New York Post“ inzwischen weniger Absatz finden und der Gesamtumsatz der Firma im vergangenen Jahr um elf Prozent einbrach, hat der Hersteller 2017 mit dem Kartenspiel sogar ein Plus von zwölf Prozent verzeichnen können. Der Grund: Das simple Spiel wird inzwischen auch in vielen Schnäppchenläden angeboten. Zudem wurden die Spielkarten überarbeitet: Es gibt inzwischen Uno-Editionen mit Einhörnern, Emojis und süßen Tierbabys, die das Interesse von jungen Käufern wecken sollen.

Dem Unternehmen zufolge habe es zwei Jahre gedauert, um das Nachfolgerspiel Dos zu entwickeln. Hauptziel sei es gewesen, dass sich Uno und Dos nicht zu sehr ähneln, damit neuer Spielspaß geweckt wird. In den USA soll Dos ab März erhältlich sein – ob und wann es in Deutschland zu haben sein wird, wurde bisher noch nicht verraten. Eventuell steht Mattel aber noch ein Namensstreit bevor: Andere Spielentwickler haben bereits ein Kartenspiel namens Dos entwickelt, das sich mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne finanziert hat. Bisher hatten die Erfinder selbst befürchtet, von Mattel verklagt zu werden, da der Name doch Verwirrung bei Kunden stiften könnte – auch wenn ihr Spiel nichts mit Uno zu tun hat. Auf ihrer Kickstarter-Seite heißt es: „Uno, seid nett und verklagt uns nicht.“

Die US-Spielzeugkette Toys R Us, über die auch der Hersteller Mattel viele seiner Produkte verkauft, meldete im Herbst letzten Jahres Insolvenz an und versprach, das Unternehmen sanieren zu wollen. Der deutsche Ableger war davon nicht betroffen, doch ist in der Branche generell ein Trend zu spüren: Sowohl das wachsende Onlinegeschäft als auch die Konkurrenz zu Tablet- und Smartphone-Spielen machen klassischen Spielwarengeschäften das Überleben zunehmend schwer.