Nach sexistischen Kommentaren: Zugunternehmen entschuldigt sich

Die britische Eisenbahngesellschaft „Virgin Trains“ befindet sich derzeit im Kreuzfeuer der Kritik. (Bild: AP Photo)

Eine Frau aus London hatte sich über das frauenfeindliche Verhalten eines „Virgin Trains“-Mitarbeiters bei Twitter beschwert. Statt sich zu entschuldigen, setzte das Eisenbahnunternehmen jedoch noch eine Schippe drauf – und das Internet war „not amused“.

Das britische Eisenbahnunternehmen „Virgin Trains“ des Milliardärs Richard Branson musste sich nun öffentlich bei einer jungen Frau entschuldigen, nachdem ein Mitarbeiter auf ihre Beschwerde mit einem sexistischen Tweet geantwortet hatte.

Alles hatte damit angefangen, dass sich die Passagierin Emily Lucinda Cole über einen Mitarbeiter beschwerte, nachdem er sie im Zug bei einer Diskussion bevormundet und sie „Honey “ – zu Deutsch: „Liebling“ oder „Schatz“ – genannt hatte.

„Wenn Virgin Trains versagt und der ältere männliche Zugmanager in der sich daraus ergebenden Konversation dich mit diesem scheußlichen bevormundenden Wort abweist, das Frauen in so einem Kontext erschaudern lässt: ‚Schatz’.“

„Im Kontext und angesichts seines aggressiven Tones kann ich nur annehmen, dass er nicht gerne von einer Frau herausgefordert wurde“, erklärte die 27-Jährige den Vorfall gegenüber dem Sender BBC. „Ich hätte mich nicht beschwert, wenn er den Begriff in einer vertrauten oder liebevollen Art benutzt hätte. Das war es aber definitiv nicht.“

Anstatt das Fehlverhalten des Zugmitarbeiters zu entschuldigen, entschied sich der Social Media Manager des Unternehmens jedoch dazu, die Kundin weiter zu verspotten. „Entschuldigung für das Durcheinander, Emily. Würdest du beim nächsten Mal lieber ‚Mäuschen’ oder ‚Liebes’ genannt werden?“

Diese Antwort löste auf Twitter eine Welle der Kritik aus. „Jemand im Virgin-Trains-Kundencenter dachte heute, er wäre lustig“, schrieb eine Userin. „Leider war es unprofessionell und einfach nur sexistisch.“

Andere Frauen fanden auch härtere Worte für das Fehlverhalten. „Heilige Scheiße, Virgin Trains. Wow, einfach nur wow!“, schrieb eine Twitter-Userin und machte eine „Zurück in die Zukunft“-Filmanspielung. „Ich hoffe, ihr lasst euren Mitarbeiter den Fluxkompensator nutzen, um ins Jahr 1955 zurückzugehen, wo sein Kommentar vielleicht als normal angesehen werden würde. Ich hoffe, ihr habt euch entschuldigt, und lasst den Kollegen nicht mehr twittern.“

Das britische Unternehmen hat mittlerweile auf den Zwischenfall reagiert. „Wir entschuldigen uns vorbehaltlos für den Tweet und die verursachte Beleidigung.“ Auch der sexistische Kommentar wurde auf Twitter gelöscht.