Nach Rassismus-Eklat: AfD wettert erneut gegen Noah Becker

Noah Becker äußerte sich selbst bis dato nicht zu der AfD-Kontroverse. (Bild: Jens Kalaene/dpa via AP file)

Nachdem AfD-Politiker Jens Maier Boris Beckers Sohn Noah als „Halbneger“ bezeichnete und damit einen Skandal auslöste, tritt eine AfD-Landesgruppe auf Twitter nun nochmal ordentlich nach – und wird erneut ausfällig.


„Lieber Afrodeutscher“, adressiert die AfD Weilheim-Schongau ein Posting an den Sohn der Tennis-Legende. „Wir können selbstverständlich verstehen, warum du dich über die Bezeichnung ‚Halbneger’ geärgert hast. Die ist nicht nett, und wir würden sie im öffentlichen Diskurs auch nicht verwenden wollen“, heißt es in dem Beitrag.

Dann holt die Rechtspartei wieder einmal zum Rundumschlag gegen Immigranten aus. „Allerdings: die Bezeichnung für solche Afrodeutschen als Halbneger wird in Deutschland immer populärer. Und verbreitet sich – wie sollen wir sagen: wie die schwarze Pest?“

Den Grund für diese selbst aufgestellte These liefert die AfD gleich nach: „Es liegt vielleicht daran, dass für den Geschmack vieler Deutscher sich derzeit etwas zu viel Afrika nach Deutschland breitmacht.“ Mittlerweile wurde das Posting wieder gelöscht.

Besonders brisant: Die AfD hatte bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Weilheim, der die Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau umfasst, 13,6 Prozent erzielt und war damit – nach der CSU – zur zweitstärksten Partei geworden. Weilheim ist auch der heimische Wahlkreis von CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt. Er wurde bei der Bundestagswahl dort überraschend abgestraft. Zwar hatte Dobrindt ein Direktmandat erzielt, rutschte aber von 57,2% auf 47,9% ab.


AfD-Politiker Jens Maier hatte sich am 3. Januar rassistisch über Noah Becker geäußert. „Dem kleinen Halbneger scheint einfach keine Beachtung geschenkt worden zu sein. Anders ist sein Verhalten nicht zu erklären.“ Maier reagierte damit auf ein Interview Beckers mit dem Magazin „Emotion“. Der Sohn des Tennisspielers erklärte darin unter anderem, dass Berlin eine „weiße Stadt“ sei und schilderte negative Erfahrungen, die er wegen seiner Hautfarbe gemacht hatte.

Maiers (mittlerweile gelöschtes) Posting stieß auch parteiintern auf Kritik. „Wie man es auch dreht und wendet, das ist für mich rassistisch”, so AfD-Chef Jörg Meuthen in der Freitagsausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Es gäbe in der AfD hierzu „keine zwei Meinungen“, zitiert ihn die „Welt“ – Rassismus werde in der AfD nicht toleriert. Über mögliche Konsequenzen für Maier werde bei einer Telefonkonferenz am Montag beraten.

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