Nach P&R-Insolvenz: Was sollten Anleger jetzt tun?

Rund 51.000 Anleger sind laut dem Insolvenzverwalter Michael Jaffé von der Pleite des Münchner Finanzdienstleisters betroffen. Im schlimmsten Fall müssen sie nicht nur auf das Geld verzichten, dass ihnen der Rückkauf der Container durch P&R wieder eingebracht hätte – sie könnten sogar für Zahlungen wie Standgelder herangezogen werden. Darum sollten Sie jetzt handeln …

51.000 Anleger bangen nach der P&R-Pleite um ihr Geld (Bild: ddpimages)

3,5 Milliarden Euro beträgt die Summe, um die es für insgesamt 51.000 Anleger geht. Ob sie ihr Geld jemals wieder sehen, ist mehr als fraglich. Der Insolvenzverwalter Michael Jaffé sagte wörtlich: “In welcher Höhe Rückflüsse an die Anleger möglich sind, hängt auch von der Marktentwicklung in den nächsten Jahren ab und lässt sich heute noch nicht sagen.“ Zunächst wolle er den Betrieb der P&R-Firmen weltweit fortführen, um Einnahmen zu erzielen und ein Verwertungskonzept zu erstellen.

Die Ratschläge zur Frage, was Investoren jetzt tun sollten, gehen allerdings auseinander. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger rät betroffenen Anlegern, sich zusammenzutun und ihre Interessen zu bündeln, um eine bestmögliche Vertretung gegenüber dem insolventen Unternehmen zu gewährleisten.

Lesen Sie auch: Diese Unternehmen sind 2017 pleite gegangen

Der Kieler Anwalt Helge Petersen warnt dagegen vor einem solchen Vorgehen und schreibt auf der Plattform “Anwalt.de”: “Aus unserer Sicht bringen diese Zusammenschlüsse keine Erfolge für Anleger.“ Vielmehr würden sie für viel Geld an eine Rechtsanwaltskanzlei vermittelt, deren Leistung sich im wesentlichen auf die Versorgung mit Newslettern und Briefen beschränke und ansonsten nichts zustande bringe.“ Besser sei es, jeden Einzelfall gesondert prüfen zu lassen.

Gegenüber dem “Manager Magazin“ sagte der Fachanwalt Marc Gericke, Investoren sollten zuerst einmal die Miet- und Eigentumsverträge von P&R einfordern. Nur dann könne man die Erträge aus der Vermietung und des Erlöses im Verkaufsfall zuordnen. Dies könne auch hilfreich sein, wenn es um die Frage geht, ob Investoren für entstehende Kosten aufkommen müssen oder nicht. Angesichts der Tatsache, dass bei P&R laut Medienberichten seit Tagen niemand zu erreichen ist, ist allerdings fraglich, ob und wie schnell sich dieser Plan durchsetzen lässt.

Lesen Sie auch: Darum sieht man nach wie vor Air-Berlin-Uniformen in Flugzeugen

Auch für den Worst Case, in dem Häfen oder Reedereien die Anleger heranziehen könnten, um Standgebühren oder Entsorgungskosten der Container zu begleichen, rät das “Handelsblatt“ dazu, Ruhe zu bewahren. Laufende Mietverträge könnten den Investoren zugute kommen, wie sich schon einmal bei der Pleite von Magellan gezeigt habe. Damals konnten 110.000 Container der Anleger verkauft werden, so dass diese am Ende “nur“ rund die Hälfte ihre Einsätze einbüßten.