Nach Passagier-Skandal: United Airlines muss keine Strafe zahlen

United Airlines machte dieses Jahr vermehrt Negativschlagzeilen. (Bild: Michael Rosebrock/ddp Images)

Die US-amerikanische Fluglinie United Airlines hat nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit einem Passagier keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten, wie nun bekannt wurde.

Diese Bilder gingen um die Welt: Wegen einer Überbuchung eines United-Airlines-Flugs zerrten Security-Mitarbeiter einen (zufällig gewählten) Fluggast, der sich weigerte, seinen bezahlten Platz zu verlassen, gewaltsam aus dem Flugzeug. Das Video, das den Vorfall zeigt, verbreitete sich rasant über die sozialen Medien und sorgte für einen riesengroßen Aufschrei und Kritik an der Fluggesellschaft.

Wie der Nachrichtendienst „Associated Press“ berichtet, steht nun – fünf Monate nach dem Vorfall – fest, dass United Airlines keine strafrechtlichen Konsequenzen zu befürchten hat. Ein Anwalt des Transportation Departments bekundete dies in einem auf den 12. Mai datierten Brief, der nun von einer Organisation namens „Flyers Rights“ zugänglich gemacht wurde.

Der Präsident von „Flyers Rights“ kritisierte diesen Entschluss scharf und stellte infrage, wie das Transportation Department so schnell zu dieser Conclusio habe kommen können. Die Behandlung des Passagiers, ein 69-jähriger Arzt namens Dr. David Dao, sei „schockierend in jeder Hinsicht“.

In einem Statement vom vergangenen Mittwoch entschuldigte sich die Fluglinie erneut für den Vorfall und gab an, Änderungen vorgenommen zu haben, die Überbuchungen verhindern sollen.

„Dieser Vorfall hätte sich nie ereignen dürfen und wir haben all jene Veränderungen implementiert, die wir im April angekündigt hatten“, so Sprecherin Megan McCarthy in einem Statement. „Obwohl noch Arbeit vor uns liegt, haben wir bedeutsame Fortschritte gemacht“ – seit 1. Mai sollen sich Vorfälle, in denen Passagiere das Flugzeug verlassen mussten, im Vergleich zum Vorjahr um fast 90 Prozent verringert haben.

Fluglinien ist es erlaubt, Langstreckenflüge zu überbuchen. Sollte zu wenig Platz an Bord sein, wird Passagieren eine Kompensation wie Reise- und Hotelgutscheine angeboten. In Ausnahmesituationen darf die Airline auch Passagiere ihres Platzes verweisen.

In einem zweiseitigen Brief an United Airlines erklärte Blane Workie vom Transportation Department, dass die Fluglinie den Überbuchungsfehler durch eine Kompensationszahlung beheben wollte. Dass Dao und seine Frau keine schriftliche Bestätigung darüber erhalten hätten, sei darauf zurückzuführen, dass Dao kurz nach dem Vorfall medizinische Hilfe aufsuchte und nicht mehr vor Ort gewesen sei. „Deswegen kommen wir zu dem Schluss, dass weitere Vollstreckungsmaßnahmen nicht notwendig sind“, so Workie.