Nach Mützenverbot: US-Schule entschuldigt sich bei Krebspatientin

Eine Schule verbot einem Mädchen nach ihrer Chemotherapie eine Kopfbedeckung. (Symbolbild: Getty Images)

Eine Schule im US-Bundesstaat Iowa verbot einer Schülerin, eine Kopfbedeckung zu tragen – dabei hatte das Mädchen gerade eine Chemotherapie hinter sich. Jetzt entschuldigte sich die Einrichtung öffentlich bei dem Mädchen.

Die 15-Jährige Chloe Terpenning erhielt in der vergangenen Woche eine Verwarnung ihrer Schule in West Burlington, weil sie eine Mütze getragen und damit gegen die Kleiderordnung der Highschool verstoßen hatte. Darüber berichtete das US-Magazin „The Hawk Eye“. Dass das Mädchen gerade eine langwierige Krebstherapie hinter sich hatte und einfach ihren kahlen Kopf bedecken wollte, interessierte die zuständigen Lehrer dabei offenbar nicht.

Es folgte eine Entschuldigung

Jetzt entschuldigte sich der Leiter des gesamten Schuldistriktes in einem öffentlichen Statement bei Chloe: „Die gesamte West Burlington-Independent-Schule entschuldigt sich bei Chloe für unseren unsensiblen Umgang mit ihrem Haarausfall.“ Weiter heißt es auf der Website der Schule: „Es war ein Urteilsfehler unsererseits und wir bedauern, diesen Fehler begangen zu haben. Der Schulbezirk hat Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass dies nicht wieder passieren wird. Wir hoffen, dass Chloe unsere Entschuldigung akzeptieren wird.“

Bei der Schülerin wurde im März das Hodgkin-Lymphom im 2. Stadium diagnostiziert ­– eine Form von Lymphdrüsenkrebs. Kurz nach dem Beginn der Chemotherapie verlor Chloe ihre langen Locken. Sie beendete die Behandlung im Juli nach fünf Sitzungen und 15 Tagen Bestrahlung. Sie konnte den Krebs besiegen, ihre Haare wachsen nun Stück für Stück wieder nach.

Wegen einer Strickmütze zum Direktor

In der ersten Schulwoche nach der Chemotherapie wurde sie aufgrund ihres Haarausfalls schikaniert und wechselte daraufhin die Highschool. Doch trotz Genehmigung der Schulverwaltung, eine Kopfbedeckung zu tragen, bis sie sich wieder wohlfühlen würde, wurde Chloe von einem Lehrer nach Hause geschickt, weil sie eine Kapuze über den Kopf gezogen hatte. Damit nicht genug. Als das Mädchen wenige Tage später mit einer Strickmütze erschien, die speziell für Krebspatienten entwickelt wurde, zitierte sie der Direktor der Schule ins Büro. Dort musste sie dann den Rest des Tages verbringen.

Gegenüber „The Hawk Eye“ erzählt die Schülerin: „Das Büro ist ein sehr kleiner Raum und ich bekomme dort nichts vom Unterricht mit. Ich bekomme nur die Aufgaben und es wird von mir erwartet, dass sie am nächsten Tag erledigt sind. Und die Tür steht weit offen. Jeder, der vorbeigeht, kann mich dort sitzen sehen.“ Chloe trug weiterhin ihre Mütze und musste deswegen auch den Rest der Woche im Büro verbringen.

Eine Perücke ist für Chloe keine Option

Man sagte ihr daraufhin, sie könne noch bis Weihnachten ein Halstuch oder ein Kopftuch tragen, aber wenn sie zurückkomme, solle sie entweder eine Perücke auf dem Kopf oder gar nichts tragen. Sonst würde man sie wieder im Büro arbeiten lassen. Die Schule soll im Zusammenhang mit Chloes Auftreten sogar von einem „schlechten Haarschnitt“ gesprochen haben, so Chloes Mutter gegenüber der Online-Seite.

Eine Perücke ist für Chloe jedoch auch keine Option. Nachdem sie diese im ersten Halbjahr getragen hatte, musste sie feststellen, dass die künstlichen Haare sie im Sport behinderten. Sie sollen zudem das Haarwachstum verhindert und sogar dafür gesorgt haben, dass Chloe an einigen Stellen die Haare wieder ausfielen.

Sie sammelte 5000 Unterschriften

Die Schülerin startete daraufhin eine Petition, um dieses strenge Reglement für sie und andere Krebspatienten zu ändern. Innerhalb weniger Tage erhielt sie über 5000 Unterschriften von Leuten, die Chloe bei ihrem Vorhaben unterstützen wollen. Gegenüber „The Hawk Eye“ erklärte der Direktor der Schule, dass man sich demnächst mit Chloe und ihrer Mutter zusammensetzen wolle, um über die Kleiderordnung der Schule zu sprechen.

Die Entschuldigung der Schule beeindruckte Chloe jedoch recht wenig, erhielt sie doch bislang lediglich eine E-Mail. „Ich erwarte eine aufrichtige Entschuldigung vom Schuldirektor sowie vom stellvertretenden Schulleiter, und keine E-Mail. Und ich werde weiterhin für zukünftige Patienten kämpfen“, sagte sie gegenüber dem Magazin.

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