Nach Landreform in Simbabwe: Erster weißer Bauer kehrt zurück auf seine Farm

Darryn Smart wird von der Gemeinde in Tandi begrüßt. (Bild: AP Photo)

Mit dem neuen Präsident Simbabwes scheint es einen Wandel des politischen Kurses zu geben. Im Zuge einer Änderung der Landreform kehrte der erste weiße Bauer auf seine Farm zurück. Er war zuvor wie viele andere enteignet worden.

Vom Militär begleitet werden der weiße Bauer Robert Smart und sein Sohn Darryn zurück zu ihrer Farm gebracht. Jubel kommt auf, Bewohner der Gemeinde Tandis schütteln die Hände der Rückkehrer, umarmen sie voller Freude. Die Smarts gehören zu einer großen Gruppe von Farmern, die zuvor von ihrem Land vertrieben worden waren – und jetzt, kurz nach der Amtseinführung des neuen Präsidenten Emmerson Mnangagwa, zurückkehren dürfen.

Im Jahr 2000 machte es sich der damalige Präsident Robert Mugabe zum Ziel, eine umstrittene Landreform in Simbabwe durchzusetzen. Mit dieser sollten Ungerechtigkeiten aus der Kolonialzeit ausgeglichen werden, wie er damals betonte. Das Staatsoberhaupt ließ dabei mehr als 4000 der rund 4500 weißen Farmer mit Unterstützung des Staates enteignen und vertrieb sie teilweise gewaltsam von ihrem Land. Laut „Associated Press“ machen Weiße zwar nur einen Prozent der Bevölkerung Simbabwes aus – doch besaßen sie riesige Flächen an Land. Ein Großteil der schwarzen Bevölkerung musste unproduktivere und kleinere Flächen bewirtschaften.

Darryn und Robert Smart werden herzlich empfangen. (Bild: AP Photo)

Der neue Präsident Emmerson Mnangagwa scheint nun eine Änderung der Reform in Betracht zu ziehen – obwohl er als langjähriger Verbündeter seines Vorgängers gilt. Dahinter könnte, vermuten Experten, die Intention liegen, die Wirtschaft des afrikanischen Landes wieder anzukurbeln. Simbabwe gilt derzeit als eine der schwächsten Volkswirtschaften der Welt. Ein Sprecher Mnangagwas ließ verlauten, dass die Smarts und andere weiße Farmer „Opfer von Rassendiskriminierung, Gier und Machtmissbrauch“ geworden seien. Mit der Änderung bestehender Gesetze soll das nun wieder gutgemacht werden.

Über Politik und Arbeit wollen die Smarts am Tag ihrer Rückkehr aber nicht sprechen. „Lasst uns jetzt gerade einfach nur glücklich sein, dass wir wieder zusammen sind“, sagte Darryn dem Empfangskomitee. Die Nachrichtenagentur „Associated Press“ ließ er wissen: „Ich bin in Ekstase. Worte können nicht beschreiben, was ich gerade fühle.“ Neben den anderen Mitgliedern der Gemeinde freute sich auch die 55-jährige Sevilla Madembo und erzählte: „Er ist hier geboren. Ich habe auf ihn aufgepasst, als er jung war. Jetzt ist er zurück, um auf mich aufzupassen, da ich alt geworden bin.“ Ihr Wiedersehen soll später noch gebührend gefeiert werden. Bevor die weißen Farmer wieder an die Arbeit gehen, wollen sie mit ihren Nachbarn noch eine afrikanische Zeremonie abhalten.

Wie genau es mit der Landreform weitergeht und wann weitere weiße Farmer an ihre Höfe zurückkehren können, ist bisher noch unklar. Die Regierung, heißt es, wolle weitere Fälle wie den der Smarts prüfen.