Nach Kurden-Referendum: Feststimmung und Sorge in Irak

Die Kurden im Nordirak haben über ihre Unabhängigkeit abgestimmt – gegen den Willen der Zentralregierung und trotz heftiger Kritik aus dem Ausland. Das offizielle Ergebnis soll erst innerhalb der nächsten Tage vorliegen. Beobachter rechnen aber mit einer überwältigenden Mehrheit für einen eigenen kurdischen Staat.

Entsprechend ausgelassen war die Stimmung auf den Straßen – auch schon vor Schließung der Wahllokale. Vor diesen bildeten sich teilweise lange Schlangen. Die Wahlbeteiligung lag bei 70 Prozent.

Das Ergebnis des Referendums ist zwar nicht bindend, es wird dem Präsidenten der regionalen Kurdenregierung, Massud Barsani, die Verhandlungen mit der Zentralregierung in Bagdad aber erleichtern. Genau wie die Nachbarn Iraks verurteilte diese die Abstimmung. Sie sieht in ihr eine Gefahr für die Stabilität in der Region.