Nach Kündigung: Ehemalige Fashion-Direktorin rechnet mit Vogue ab

Lucinda Chambers schießt in einem knallhart ehrlichen Interview gegen das Modemagazin Vogue (Bild: ddp Images)

Um das Fashion-Magazin Vogue ranken sich zahlreiche Mythen – speziell, was die Besetzung wichtiger Posten angeht. Jetzt wurde ein schneidendes Interview mit einer ehemaligen Mitarbeiterin veröffentlicht, das der beliebten Frauenzeitschrift eine große Portion Glamour raubt.

Lucinda Chambers verließ im Mai ihren Posten als Fashion Director bei der britischen Vogue. In einem Interview mit dem Fashion-Blog „Vestoj“ erzählt sie, wie es wirklich ist, bei dem begehrtesten Modemagazin der Welt zu arbeiten – und es klingt ein bisschen wie bei „Der Teufel trägt Prada“.

„Es ist anderthalb Monate her, dass ich von Vogue gefeuert wurde. Es hat sie drei Minuten gekostet, das zu tun. Niemand in diesem Haus hätte das für möglich gehalten“, beginnt Chambers, die über 36 Jahre für das Magazin arbeitete, das Interview. „Das Management und die Chefredakteurin, für die ich bisher arbeitete, wussten nichts davon. Sogar der Vorstandsvorsitzende erzählte mir, er hätte keine Ahnung gehabt. Niemand wusste es, bis auf einen, der die Kündigung auch veranlasste – der neue Chefredakteur (Edward Enninful)“, erklärte Chambers.

Lucinda Chambers begann zunächst beim Verlag Condé Nast in der Buchhaltung, kam später zur Vogue in die Redaktion und arbeitete als Assistentin der damaligen Fashion-Chefin Grace Coddington (Bild: ddp Images)

Im weiteren Verlauf des Interviews erzählt Chambers, sie habe das Magazin bereits jahrelang nicht mehr gelesen, denn sie findet, Vogue habe seine „Autorität von einst verloren“ und sei nicht mehr „nützlich“: „Viele Modemagazine machen dir nur Angst, du hättest nicht die perfekte Dinner-Party, den Tisch nicht passend hergerichtet und die falschen Leute, mit denen du dich umgibst“, erklärt Chambers. Auch die Mode-Auswahl der Zeitschrift kritisiert sie in dem Interview, meint die Klamotten wären „für die meisten völlig irrelevant“, da sie viel zu teuer sind.

Celine Dion lässt für die “Vogue” zumindest noch die Hüllen fallen!

„Du darfst dir in der Mode einfach keinen Fehltritt erlauben – vor allem nicht in dem heutigen Zeitalter von Social Media, in dem es nur darum geht, ein erfolgreiches, perfektes Leben zu führen. Niemand kann es sich heutzutage mehr erlauben, zu versagen, allein der Gedanke daran verursacht bei den Leuten Angst und Schrecken“, so Chambers.

Für so viel Ehrlichkeit erhält Chambers in den sozialen Netzwerken viel Zuspruch: „Endlosen Respekt für Lucinda Chambers – vor und nach ihrem erstaunlich ehrlichen Interview über ihren Ausstieg bei Vogue“, schreibt eine Userin. Recht hat sie.

Bella Hadid sorgt bei Fashion Show für Aufregung