Nach Kopftuch-Skandal: Heftige Drohungen gegen Sportverein

Nach Kopftuch-Skandal: Heftige Drohungen gegen Sportverein

Eigentlich wollte eine junge Mutter aus Duisburg ihre beiden Töchter zum Tanzkurs in einem Sportverein bringen - doch wegen ihres Kopftuchs wurde die 29-Jährige von den Mitarbeitern des BSF Hamborn 07 nicht durchgelassen. Dies hatte "Der Westen" am 29. Dezember berichtet, doch der Fall schlägt weiterhin weite Kreise. So sieht sich der Sportverein nun massiven Drohungen ausgesetzt.

Gegenüber der Zeitung hatte die betroffene Mutter namens Tuba vor allem den Umgang der Mitarbeiter mit ihr und ihren Kindern kritisiert: "Hätten sie mich nicht zur Seite nehmen können? Dann hätte ich mir für die Kinder eine andere Erklärung einfallen lassen." So sei sie vor der Vier- und der Sechsjährigen in Tränen ausgebrochen, ein traumatisches Ereignis für die Familie. Insbesondere, da Tuba gar nicht vorgehabt hatte, selbst mitzutanzen.

Der Sportverein selbst argumentiert mit seiner Satzung, so erklärt der Vorsitzende Udo Salzburger: "Wir verfolgen unter anderem eine religiöse und weltanschauliche Neutralität. Da eine muslimische Frau das Kopftuch symbolisch als Zeichen ihrer Frömmigkeit und damit als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zur islamischen Religion trägt, können wir schon allein auf Grund der allgemeinen Gleichbehandlung hier keine Ausnahme machen."

Das Vorgehen des Vereins hat im Internet für eine Welle der Empörung gesorgt, laut Salzburger gehen regelmäßig Drohungen ein, wie er gegenüber "Der Westen" erklärt: "Die machen uns die Hölle heiß."