Gewaltiger Sonnensturm löst Mars-Leuchten aus – ein Sicherheitsrisiko für Astronauten?

Nach einer gewaltigen Sonneneruption im September konnten Forscher ein faszinierendes Aufleuchten auf dem Mars beobachten. (Bild: AP Photo)

Die US-Raumfahrtbehörde NASA konnte im vergangenen Monat ein gewaltiges Aufleuchten auf dem Mars beobachten, das 25 Mal heller war als in den vergangenen drei Jahren. Doch die Strahlung könnte sich auch auf die Sicherheit künftiger Forschungsmissionen auswirken.

Auf der Sonne brodelt es gerade gewaltig. Am 11. September war die Aktivität so stark wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Dabei wurde ein gewaltiger Sonnensturm erzeugt, der massive Auswirkungen auf den roten Planeten hatte. Laut einer Forschungsgruppe der Universität Colorado wurden bei der unerwartet starken Eruption große Mengen Plasma ins All geschleudert, was die Marsoberfläche um ein 25-faches heller erscheinen ließ, als normalerweise. „Wenn ein Sonnensturm die Atmosphäre des Mars beeinflusst, kann das Lichter auslösen, die den ganzen Planeten in ultraviolettem Licht erscheinen lassen. Die jüngsten Sonnenaktivitäten machten den Mars zu einer Glühbirne“, so Sonal Jain von der Universität in Colorado in einem Online-Bericht der NASA. Ein solches Licht könne den gesamten Mars umhüllen, weil sein Magnetfeld nicht so stark wie das der Erde sei, wo das Licht lediglich in die Nähe der Polargebiete zu beobachten ist.

Die Sonne strahlt normalerweise einen kontinuierlichen Strom geladener Teilchen aus, hauptsächlich Elektronen und Protonen. Wissenschaftler bezeichnen dies als koronalen Massenauswurf. Diese Ereignisse können in der Stärke variieren. Bei starken Massenauswürfen sind Dichte, Energie und Geschwindigkeit der ausgestoßenen Partikel um ein Vielfaches höher.

Doch wie bedrohlich ist diese Strahlung für den Menschen? Gerade wertet die US-Raumfahrtbehörde die gewonnenen Daten der Auswirkungen der Eruption aus. Dank derartiger Erscheinungen könne ermittelt werden, wie sich die Sonnenstrahlung auf die Bewohnbarkeit des Mars auswirke, von den oberen Schichten der Atmosphäre bis hin zur Oberfläche des Planeten selbst. „Wir erwarten uns, ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, wie der Prozess in der oberen Atmosphäre des Mars heute arbeitet. Und auch ein besseres Verständnis davon, wie es möglich ist, dass Stürme wie diese bereits in der Vergangenheit viel von der Mars-Atmosphäre abtragen konnten“, erläutert Bruce Jakosky, Forschungsleiter der MAVEN-Mission der Universität von Colorado in Boulder.

Freiwillige probten bereits das Überleben auf dem Mars in einer Forschungsstation in der Wüste in Utah. (Bild: AP Photos)

Außerdem nutzt die NASA solche Befunde für die Sicherheitsplanung von menschlichen Besatzungsmissionen zum Mars. Hochenergetische Solarereignisse wie diese können die Strahlung, die durch die Atmosphäre auf die Marsoberfläche trifft, deutlich erhöhen. Diese erhöhte Strahlung kann in Wechselwirkung mit der Atmosphäre zusätzliche, sekundäre Partikel produzieren. Um die Sicherheit der Forscher zu gewährleisten, müssen diese Partikel weiter untersucht und abgeschirmt werden.

Die Untersuchungen dauern noch an, wie gefährlich diese Strahlung tatsächlich für Astronauten sein kann. Zum jetzigen Zeitpunkt sagt Don Hassler vom Southwest Research Institute in einem Online-Bericht der NASA: „Wenn du auf einem Mars-Spaziergang wärst und erfährst, dass ein solches Ereignis unmittelbar bevorsteht, dann würdest du definitiv Schutz finden wollen, so wie du ihn auf jedem Weltraumspaziergang außerhalb der Internationalen Raumstation haben willst.“ Daher plädiert er für eine weitere Erforschung es Phänomens. „Um unsere Astronauten auf dem Mars in der Zukunft zu schützen, müssen wir diese Art der Weltraumwetterüberwachung weiter vornehmen.“