Nach Erdrutsch in China schwindet Hoffnung für Verschüttete

Hilfskräfte auf einer Straße in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Für die Verschütteten gibt es kaum noch Hoffnung. Foto: Jiang Hongjing/AP/XinHua

Nach dem massiven Erdrutsch in China schwindet die Hoffnung, noch Überlebende zu finden. 118 Dorfbewohner werden noch unter teils meterhohen Geröllmassen vermisst.

15 Leichen sind bereits gefunden, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Mehr als 3000 Helfer suchen nach den Opfern.

Nach tagelangen Regenfällen war am Samstagmorgen im Kreis Mao in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ein Berghang abgerutscht und hatte das Dorf Xinmo mit 62 Häusern komplett unter sich begraben. Es gab nur noch eine hunderte Meter breite Geröllwüste. Der Fluss im Tal wurde über zwei Kilometer Länge zugeschüttet.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich tief betroffen von der Tragödie und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus, wie sein Sprecher in New York mitteilte. Auch Kremlchef Wladimir Putin kondolierte der chinesischen Führung wegen des Erdrutsches in einem Telegramm. Die Identität von 118 Vermissten sei bestätigt, berichteten Staatsmedien am Sonntag.

Die Bergungsarbeiten dauerten über Nacht an. Verantwortliche mahnten zur Vorsicht, um weitere Unfälle zu vermeiden. «Leben zu retten hat absoluten Vorrang», sagte der Parteichef der Provinz, Wang Minghui, auf einer Pressekonferenz. Aber auch die Sicherheit der Retter müsse gewahrt werden. Die Behörden warnten vor weiteren Erdrutschen.

Die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig. «Die Vermissten könnten bis zu einer Tiefe von möglicherweise 20 Metern unter der Oberfläche des Gerölls stecken», berichtete der Reporter Zheng Yibing vom Staatsfernsehen vor Ort. Nach seinen Angaben hatte es am Samstagnachmittag bereits einen weiteren Bergrutsch gegeben.

Rund 110 Bewohner von Häusern unweit der Unglücksstelle wurden am Samstagabend in einer nahe gelegene Schule in Sicherheit gebracht, wie Xinhua berichtete. In der hügeligen Gegend leben vor allem Angehörige der Minderheiten der Tibeter und der Qiang. Der Kreis Mao liegt in etwa 2000 Meter Höhe in der Präfektur Aba rund 200 Kilometer nördlich von der Provinzhauptstadt Chengdu.

Erste Sorgen, dass vielleicht auch Touristen betroffen gewesen sein könnten, erwiesen sich nach amtlichen Angaben als unbegründet. Alle 142 Touristen, die am Freitag in das Gebiet gefahren seien, hätten erreicht werden können, berichtete Xinhua.

Das Gebiet gilt als geologisch schwierig. Nur 60 Kilometer entfernt passierte 2008 das verheerende Erdbeben von Wenchuan, bei dem 87.000 Menschen ums Leben kamen. Seit Wochen gehen in China heftige sommerliche Regenfälle nieder, die jedes Jahr schwere Überschwemmungen und häufig Erdrutsche auslösen.

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