Nach Enthüllungsbuch: Trump verbietet seinem Personal Mobiltelefone

Präsident Trump ist laut seiner Pressesprecherin wütend über ein demnächst erscheinendes Buch. (Bild: AP Photo/Matt Rourke)

Mitarbeiter von US-Präsident Trump müssen künftig bei der Arbeit auf ihr Privat-Handy verzichten. Das soll der Präsident kurz vor der Veröffentlichung eines Enthüllungsbuches über ihn angeordnet haben.

„Mitarbeitern des Westflügels wurde von mehreren Stellen mitgeteilt, dass sie ab nächster Woche keine persönlichen Handys mehr nutzen dürfen. Das wurde ihnen bereits am Anfang der Amtszeit gesagt, aber jetzt wird es umgesetzt, als Grund dafür werden Sicherheitsbedenken genannt“, schrieb die „New York Times“-Journalistin Maggie Haberman auf Twitter.


Auch, wenn das Handyverbot also bereits länger geplant war: Der Zeitpunkt scheint nicht zufällig, wie auch die Website „mashable.com“ argumentiert. Schließlich erscheint am 9. Januar mit dem Buch „Fire and Fury: Inside the Trump White House“ ein Enthüllungsbuch von Michael Wolff, das einige brisante Details über den US-Präsidenten verraten soll. Unter anderem kommt darin Alt-Right-Chefdenker und Trumps Ex-Chefberater Stephen Bannon zu Wort – und der ist mit dem US-Präsidenten zurzeit allem Anschein nach auf Konfrontationskurs.

Das Handyverbot soll, so die Vermutungen, verhindern, dass Mitarbeiter sensible Informationen per Anruf oder Textnachricht verbreiten können. Dass dabei speziell der Westflügel des Weißen Hauses unter diese Regel fällt, macht Sinn – hier befindet sich auch das Oval Office des Präsidenten.

Wie der Journalist Michael Wolff in einem Artikel in „The New Yorker“ argumentiert, könnte Trump allerdings selbst der Hauptverantwortliche für derartige Leaks sein. „Als Details über Trumps Privatleben ans Licht kamen, war Trump besessen davon, den Verantwortlichen zu finden. Die Quelle des Gossips aber könnte Trump selbst gewesen sein. In seinen Telefonaten, tagsüber und nachts von seinem Bett aus, sprach er oft mit Leuten, die keinen Grund hatten, das vertraulich zu behandeln. Er teilte ständig seine Beschwerden – und die Empfänger der Anrufer teilten das schnell mit den stets aufmerksamen Medien“, heißt es in diesem Artikel.

Trump könnte selbst für die Leaks verantwortlich sein – das suggeriert zumindest der Journalist Michael Wolff. (Bild: AP Photo/Alex Brandon, File)

In einer Pressekonferenz am Mittwoch sprach Trumps Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders dem Buch indes jegliche Glaubwürdigkeit ab. „Dieses Buch ist mit falschen und irreführenden Sichtweisen von Personen gefüllt, die keinen Zugang in und keinen Einfluss auf das Weiße Haus haben“, so Sanders. „Bei einem solchen Buch mitzuwirken, das man nur als billige Gossip-Fiktion bezeichnen kann, zeigt, wie traurig sie nach Relevanz suchen“, so Sanders weiter.

Unter anderem soll im Buch beschrieben werden, dass Trump im Wahlkampf 2016 gar nicht mit seinem Sieg gerechnet hatte. Trumps Gattin Melania soll entsetzt über den Gewinn ihres Mannes gewesen sein, Trumps Tochter und Chefberaterin Ivanka plane indessen, selbst die erste Präsidentin der USA zu werden.

Dies stritt Melania Trumps Sprecherin Stephanie Grisham ab, wie „New York Post“ zitiert. „Das Buch wird allem Anschein nach in der Wühlkiste für Fiction verkauft werden“, so Grisham – die First Lady habe ihren Mann stets unterstützt und auch an dessen Sieg geglaubt.