Nach Air-Berlin-Pleite: Bundeswehr wirbt um gekündigte Flugbegleiter

In solch einer Maschine könnten ehemalige Air-Berlin-Flugbegleiter bald arbeiten. (Bild: ddp Images)

Flugbegleiter der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin müssen sich derzeit nach neuen Jobs umschauen. Bei der Bundeswehr würde man sich über Bewerbungen freuen, wie eine neue Kampagne nahelegt.

Mit einer witzigen Stellenanzeige wirbt die Bundeswehr seit Kurzem um neues Personal. Gerichtet ist sie an Flugbegleiter der in Konkurs geratenen Fluggesellschaft Air Berlin. Die müssen sich nach der Pleite ihres Arbeitgebers nämlich nach neuen Jobs umschauen. Bei der Bundeswehr könnten sie nun eine neue Karriere starten – und zwar als Lufttransportbegleitfeldwebel.

Die neue Kampagne der Bundeswehr hat vor allem eine Zielgruppe. Auf riesigen Plakaten, die unter anderem am Flughafen von Düsseldorf hängen, ist ein zerbrochenes Schokoherz zu sehen, wie sie an Bord von Air-Berlin-Kunden während eines Fluges gereicht wurden. Daneben ist ein intaktes Herz in Camouflage-Optik zu sehen, darauf zu lesen: airbundeswehr.

Mit diesem Plakat wirbt die Bundeswehr um Air-Berlin-Flugbegleiter. (Bild: Screenshot/bundeswehrkarriere.de)

Bei der Aktion handelt es sich um keinen Scherz. Die Bundeswehr sucht in der Tat 40 neue Mitarbeiter. Als „Flugbegleiter“ bei der Luftwaffe erhält man laut „Bild“ ein Einstiegsgehalt von 1800 Euro netto. Das Jobprofil: Als Lufttransportbegleitfeldwebel betreut man die Passagiere auf Flügen der Luftwaffen-Flugbereitschaft. Aber wer genau sind diese Passagiere?

Die Flugbereitschaft der Luftwaffe ist Personen des politischen und parlamentarischen Bereichs vorbehalten. Unter anderem dürfen Minister, die Bundeskanzlerin, der Bundestagspräsident sowie der Bundespräsident in den Maschinen der Luftwaffe reisen. Auch Parteichefs, Fraktionsvorsitzende, Kanzlerkandidaten und – nach Einwilligung des Bundestagspräsidenten – auch einzelne Bundestagsabgeordnete. Auch Journalisten fliegen in den Maschinen immer wieder im Schlepptau der Politiker mit.

Für etliche Flugbegleiter, die bisher vielleicht auch mit lautstarken Passagieren auf Flügen nach Mallorca oder Ibiza zu tun hatten, dürfte das eine willkommene Veränderung sein.