Nach acht Jahren Orbán - was denken junge Ungarn?

Acht Jahre lang regiert in Ungarn schon Viktor Orbán mit seiner Partei Fidesz.

Geht es nach ihm – und nach den Meinungsumfragen –, dann kommen am Sonntag bei der Parlamentswahl vier weitere Jahre hinzu.

Wie stehen dazu die jungen Leute, die kaum etwas anderes kennen?

"Der Hass, den Fidesz schürt", sagt ein Student in Budapest, "ist schlecht für die öffentliche Moral und für das Denken der Leute."

"Manche meiner ausländischen Freunde", meint eine Studentin, "verstehen gar nicht, wie und warum es in Ungarn zu dieser Hasskampagne gekommen ist."

Gleichzeitig hat Fidesz aber auch große Unterstützung. Die Umfragen zeigen einen riesigen Vorsprung vor allen Oppositionsparteien.

"In der Welt lachen wohl viele über uns", sagt eine Studentin; "das müsste man ändern. Ich weiß nicht wie, aber das wäre dringend."

"Fidesz gewinnt, das weiß doch jeder", meint ein weiterer Student. "Die Frage ist, mit welcher Parlamentsmehrheit, und wie sich die kleineren Parteien durchsetzen können."

Das ungarische Wahlrecht begünstigt die relativ stärkste politische Kraft - in diesem Fall Fidesz. 106 der 199 Parlamentsmandate werden in Einzelwahlkreisen vergeben.

Eine relative Stimmenmehrheit schon im ersten Wahlgang reicht, um das jeweilige Direktmandat zu erringen: Stichwahlen gibt es nicht, taktische Absprachen zwischen Parteien damit auch nicht.

Die Orban-Partei darf deshalb auf eine absolute Mehrheit der Mandate hoffen - wenn auch nicht auf eine Zweidrittelmehrheit wie vor vier Jahren. Auch das schließt eine neue Umfrage aber nicht aus.