Nach 7 Monaten Trennung: Flüchtlingsmutter sieht ihren Sohn wieder

Nach siebenmonatiger Trennung hat eine 33-jährige Frau von der Elfenbeinküste ihren Sohn wiedergefunden. Die Mutter setzte in einem Flüchtlingsboot von Nordafrika nach Spanien über und wurde in einem Auffanglager im Südwesten des Landes untergebracht, ihr vierjähriger Sohn war da bereits mit seiner Tante in der spanischen Exklave Melilla eingetroffen. Kontakt hatten Mutter und Kind seit ihrer Trennung nicht – auf Anordnung der Behörden, sagt Bahoumou Totopa:

„Als ich in Spanien angekommen bin, habe ich alles versucht, um mit meinem Kind sprechen zu können. Aber die Behörden haben das abgelehnt. Ich brauche mein Kind, es ist alles andere als einfach, einer Mutter ihr Kind so zu entreißen.”

Die Anwältin Teresa Fernández Paredes, die den Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte brachte, erzählt, wie das Wiedersehen von Mutter und Sohn ablief: „Die Mutter war sehr aufgewühlt, am Vorabend hat sie kaum gesprochen. Ich war etwas unsicher, wie ihr Sohn nach mehr als sechs Monaten Trennung reagieren würde, doch alles ist gut verlaufen. Er hat seine Mutter sofort erkannt und ist zu ihr gelaufen.”

Bevor die spanischen Behörden das Wiedersehen genehmigten, verlangten sie einen Gentest, um festzustellen, dass es sich tatsächlich um Mutter und Kind handelt.

„Das ist für Flüchtlingsfrauen, die in unserem Land ankommen, eine fast alltägliche Situation, weil wir in einem System leben, das sie diskriminiert. Das System benachteiligt sie, weil sie Frauen sind, weil sie Einwanderinnen und Afrikanerinnen sind und auch ihr behördlicher Status ist diskriminierend”, so Fernández Paredes.