Nach 60 Jahren Freundschaft erfuhren diese Männer, dass sie Brüder sind

Walter Macfarlane (li.) und Alan Robinson und aus Hawaii sind seit Kindertagen befreundet. (Bild: KHON via AP)

Auf der Suche nach seinem Vater machte ein Mann aus Hawaii zu Weihnachten eine unglaubliche Entdeckung, die sein Leben verändern sollte: Sein bester Freund entpuppte sich als sein Bruder.

Alan Robinson und Walter Macfarlane, beide auf Hawaii geboren und aufgewachsen, trennen 15 Monate Altersunterschied. Seitdem sie sich in der 6. Klasse kennenlernten, sind sie beste Freunde. Eine ähnliche Vergangenheit machte ihre Freundschaft von Beginn an zu einer ganz besonderen: Macfarlane kannte seinen Vater nie und Robinson wurde adoptiert. „Ich hatte einen jüngeren Bruder, den ich verlor, als er 19 war, also hatte ich nie Nichten oder Neffen“, sagte Robinson gegenüber dem hawaiianischen Fernsehsender „KHON2“. Nicht wissend, dass sie miteinander verwandt sind, lebten sie jahrzehntelang Seite an Seite – bis Macfarlane erneut versuchte, seinen Vater ausfindig zu machen.

Im Laufe seines Lebens suchte er mit Hilfe seiner Familie über das Internet und die sozialen Netzwerke mehrfach nach Antworten zu seiner Herkunft – immer ohne Erfolg. Bis er es über DNA-Websites versuchte, die Erbmaterial miteinander abgleichen: „Also haben wir angefangen, in den Ergebnissen zu graben, die eine Übereinstimmung brachten“, erklärte Cindy Macfarlane-Flores, Macfarlanes Tochter. Ganz oben auf der Liste der DNA-Übereinstimmungen von „Ancestry.com“ stand der Benutzername Robi737. Die Ergebnisse zeigten, dass Macfarlane und Robi737 mehrere Übereinstimmungen in ihrer DNA aufweisen, einschließlich identischer X-Chromosomen.


An dieser Stelle kommt Robinson ins Spiel, denn: „Sein Spitzname war bei allen Robi und er flog 737-Boeings für Aloha Airlines, er war Pilot“, berichtete Macfarlane-Flores. Es stellte sich heraus, dass Robinson dieselbe Website verwendet hatte, um Antworten auf Fragen zu seiner Herkunft zu finden. Nach einigen Telefonaten folgte die Gewissheit: Die beiden Männer haben dieselbe leibliche Mutter. „Es war ein Schock“, so Macfarlane. „Ja, es war definitiv ein Schock. Und dann haben wir darüber nachgedacht und unsere Unterarme verglichen“, meinte Robinson. Diese waren offenbar bei beiden üppig behaart.

Zu Weihnachten weihten Robinson und Macfarlane ihre Familien und Freunde ein. „Das ist das beste Weihnachtsgeschenk, das ich mir vorstellen kann“, resümierte Robinson die Familienzusammenführung, wenngleich er mit seinem Bruder bereits seit 60 Jahren viele Erinnerungen und Gemeinsamkeiten teilte, wie etwa die Liebe zum Football oder dem Kartenspiel Cribbage. Und auch für ihre gemeinsame Zukunft haben die beiden Brüder schon weitere Pläne: Sie wollen auf Reisen und gemeinsam in den Ruhestand gehen, sobald sich die Aufregung gelegt hat. „Es war eine überwältigende Erfahrung, es ist immer noch überwältigend. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, bis ich dieses Gefühl überwunden habe“, fasste Robinson seine Emotionen zu dem Ereignis zusammen.