Nürburgring: Toyota will Revanche

Toyota hofft nach dem Debakel in Le Mans auf ein Erfolgserlebnis


Das vierte Saisonrennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) auf dem Nürburgring ist für das LMP1-Team von Toyota ein echtes Heimspiel. Nur eine Autostunde ist die Fabrik in Köln vom Eifelkurs entfernt, weshalb an diesem Wochenende auch viele Mitarbeiter auf den Tribünen sitzen werden. Trotz der schweren Enttäuschung beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Vormonat ist das Team nach wie vor in ein spannendes WM-Duell mit Porsche verstrickt, es geht unverändert um die Weltmeister-Titel in der Konstrukteurs- wie auch in der Fahrer-WM. Und mit einem Sieg in der Eifel will man diesem Ziel ein Stück näher rücken.

In der Hersteller-Wertung beträgt der Rückstand von Toyota derzeit 32,5 Punkte, während Sebastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima im TS050 Hybrid mit der Startnummer 8 auf Rang zwei der Fahrer-WM - trotz zwei Siegen bei drei WM-Läufen - mit 17 Zählern zurückliegen. Im Schwesterauto wird fortan wieder das Fahrertrio Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose-Maria Lopez gemeinsam um WM-Punkte kämpfen, nachdem in Le Mans Stéphane Sarrazin einmalig in der #7 angetreten war und "Pechito" für den Klassiker in die #9 gewechselt war.

Die Zielsetzung für den WM-Lauf am Nürburgring hat Toyota klar formuliert: Mit beiden Autos auf Podiumsplätze fahren. Denn das gelang dem Team bei den bisherigen Gastspielen der WEC in der Eifel noch nicht. Ein jeweils fünfter Platz bei der WEC-Erstaustragung 2015 und im Vorjahr stehen beim deutschen WM-Lauf bislang zu Buche.

Der 5,137 Kilometer lange Grand Prix-Kurs des Nürburgrings besteht aus eher langsamen und mittelschnellen Kurven, hat somit eine völlig andere Streckencharakteristik als Le Mans, wo lange Geraden und schnelle Kurven dominieren, stellt somit auch technisch eine andersartige Herausforderung dar.

Die beiden TS050 Hybrid werden daher in der Eifel mit der Maximalabtrieb-Aerodynamikvariante antreten, welche zwar geringeren Topspeed bedeutet, dafür aber auch mehr Grip in den Kurven bietet. In dieser Saison sind nur zwei Varianten pro Saison erlaubt und die am Ring verwendete Version entspricht der bereits in Silverstone und Spa siegreichen Formgebung.

Stimmen aus dem Toyota-Lager:

Toshio Sato (Team-Präsident): "In den Wochen nach Le Mans haben wir erst einmal Energie getankt, um für die verbleibenden 6-Stunden-Rennen perfekt vorbereitet zu sein, angefangen mit dem Lauf am Nürburgring. Ich möchte unseren Fans für ihre Unterstützung während und nach dem Le-Mans-Rennen danken. Wir geben nun Gas, um ihnen allen ein spannendes Rennen am Nürburgring zu liefern. Es wird auch deshalb ein spannendes Wochenende werden, weil Porsche erstmals in dieser Saison deren Maximalabtrieb-Variante an den Start bringt. Wir wissen also nicht, was wir von diesem Rennen erwarten können. Unser Ziel ist eindeutig: Wir wollen so viele WM-Punkte wie möglich einfahren und unsere Position in beiden Weltmeisterschaften festigen."

Mike Conway: "Ich freue mich auf den Nürburgring und darauf wieder hinterm Lenkrad Platz zu nehmen. Wir werden wieder mit Maximalabtrieb fahren und diese Variante war in den ersten beiden Rennen sehr stark, also sollten wir in einer guten Ausgangslage sein. Wir hatten mit unserer Nummer 7 in diesem Jahr nicht eben viel Glück, doch wir konnten immer wieder eine gute Pace aufzeigen. Ich hoffe daher, dass wir in der Lage sein werden an der Spitze zu kämpfen und wichtige WM-Punkte für das Team einzufahren."

Kamui Kobayashi: "Der Nürburgring ist eine nette Rennstrecke und für das Team ist es wegen der Nähe zum Firmensitz ein wichtiges Rennen und wir alle wollen nach Le Mans wieder erstarkt antreten. Ich bin sicher, dass eine Menge Kollegen zum Rennen kommen und uns anfeuern werden, also hoffen wir ihnen am Sonntag mit einem tollen Ergebnis Grund zum feiern zu geben. Ich weiß, dass alle ihr Bestes geben und darauf hin arbeiten."

Jose-Maria Lopez: "Es ist gut wieder gemeinsam mit Mike und Kamui anzutreten. Ich hoffe, dass wir hier erstmals gemeinsam auf dem Podium landen werden. Ich habe mich im Laufe der Saison Schritt für Schritt in die WEC eingearbeitet und habe das Gefühl, dass ich gute Fortschritte gemacht habe. Ich kann es kaum abwarten wieder am Nürburgring zu fahren. Ich werde dort erstmals mit einem LMP1-Auto antreten und bin gespannt auf diese Erfahrung."

Sebastien Buemi: "Wir sind alle motiviert und bereit für dieses Rennen. Der Nürburgring ist eine großartige Strecke, die ich aus früheren Rennen meiner Karriere sehr gut kenne. Es ist keine einfache Rennstrecke und auch das Wetter kann ein entscheidender Faktor sein, insofern müssen wir den Wetterbericht abwarten. In den beiden vorangegangenen Jahren gelangen uns am Nürburgring nicht eben berauschende Resultate, doch wir arbeiten hart daran dies nun zu ändern."

Anthony Davidson: "Unser Ziel ist nun ganz klar die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Wir liegen nach Le Mans etwas zurück, doch es bleiben noch sechs Rennen, in denen wir eine gute Chance haben, und dass unser Auto schnell ist, das konnten wir ja bereits zeigen. Ich mag den Nürburgring, dessen Streckenverlauf ja viel schmaler als jener von Le Mans und daher kniffliger ist, wirklich sehr. Es ist auch eine Rennstrecke reich an Tradition, hier herrscht immer eine großartige Atmosphäre, auch dank der enthusiastischen Fans."

Kazuki Nakajima: "Ich kenne den Nürburgring gut und freue mich auf dieses Rennen. Er bietet eine gute Gelegenheit wichtige WM-Punkte für das Team zu sammeln, denn die Weltmeisterschaft zu gewinnen ist nun unser Saisonziel. Sebastien, Anthony und ich sind noch immer in einer guten Ausgangslage in der Fahrer-WM und wir wollen daher ein positives Resultat einfahren, das sollte uns helfen. Ich bin guter Dinge, dass wir in der Lage sein werden anzugreifen."

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