Nürburgring: Schon Anfang August erstes Rennen mit Zuschauern vor Ort

Markus Lüttgens

Gute Nachrichten für Motorsportfans in Deutschland: Schon in der nächsten Woche wird am Nürburgring erstmals seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie wieder ein Rennen mit Zuschauern vor Ort stattfinden. Beim Oldtimer-Grand-Prix (7. bis 9. August) werden pro Tag bis zu 5.000 Besucher auf den Tribünen zugelassen.

Darauf einigten sich die Rennstrecken-Betreiber mit der Kreisverwaltung Ahrweiler. Möglich wird das erste Event des Jahres mit Fans an der Strecke durch ein umfangreiches Gesundheitskonzept, das die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln gewährleistet.

"Natürlich ist das ein wichtiger Erfolg. Zuschauer sind ein bedeutender Faktor einer jeden Veranstaltung. Sie sorgen für die einzigartige Atmosphäre", erklärt Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort. "Es ist in diesen Zeiten nicht selbstverständlich, dass dies nun gelingt. Umso mehr freuen wir uns darüber, sind uns aber auch gleichzeitig der besonderen Verantwortung bewusst, die wir damit tragen."

Maximal 30 Prozent Auslastung, personalisierte Sitzplätze

Geöffnet sind entlang der Start- und Zielgeraden die Tribüne T3, T4 und T4a mit jeweils maximal 30 Prozent Auslastung. Die Tribünen sind in voneinander abgetrennte Sektionen unterteilt und mit festen Sitzschalen ausgestattet.

Hier wurden systematisch quadratische Blöcke von jeweils vier zusammenhängenden Sitzplätzen gebildet, die vom jeweils nächsten Bock ausreichend entfernt sind. Entsprechend können bis zu vier Personen nebeneinander sitzen.

Die Buchung ist ausschließlich online und unter Angabe der persönlichen Daten möglich. Das personalisierte Ticket mit der Nummer des Sitzplatzes muss zu Hause ausgedruckt werden. Vor Ort sorgen Sitzplatzanweiser dafür, dass jeder seinen personalisierten Platz einnimmt. So ist eine Nachverfolgung im Infektionsfall gegeben.

Probelauf für weitere Veranstaltungen

Passend zu der jeweiligen Tribüne müssen die Besucher ebenfalls im Vorfeld einen Parkplatz in der dazugehörigen Parkzone buchen. Von dort führt sie ein Besucherleitsystem zur jeweiligen Tribüne, ohne dass sie Besuchern anderer Tribünen begegnen.

Es muss zudem während des Aufenthalts auf dem Gelände ein Mund-Nase-Schutz getragen werden. Erst am Sitzplatz darf dieser abgenommen werden. Der Zugang zum Fahrerlager ist für Besucher nicht möglich.

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Der Oldtimer-Grand-Prix wird für den Nürburgring eine Pilotveranstaltung, bei der das Hygienekonzept einem Praxistest unterzogen wird. Sollte dieser erfolgreich sein, könnten auch weitere Veranstaltungen mit einer begrenzten Anzahl von Zuschauern stattfinden, was vor allem mit Blick auf die DTM-Rennen sowie das 24-Stunden-Rennen im September sowie den Eifel-Grand-Prix der Formel 1 im Oktober für Fans Anlass zur Hoffnung gibt.

"Mit der Zulassung von Zuschauern haben die zuständigen Behörden ermöglicht, dass wichtige Erfahrungen gesammelt werden können", sagt Hans-Gerd Ennser, der im Präsidium des Deutschen Motor-Sport-Bund für den Automobilsport zuständig ist. "Wir beobachten und begleiten das Geschehen am Ring natürlich intensiv, weil dies ein wichtiger Schritt hin zu einer neuen Normalität sein könnte. Der Nürburgring hat mit renommierten Experten hart daran gearbeitet, ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten, das nun der ersten Bewährungsprobe ausgesetzt wird."

"Im Dachverband der deutschen Motorsportler erhoffen wir uns von diesem Event ein positives Signal, das auch anderen Veranstaltern Mut machen sollte. Gerade im Breitensport gibt es schon wieder viele Motorsportveranstaltungen die beweisen, dass unser Sport auch unter Corona-Bedingungen möglich ist. Die Zulassung von Zuschauern könnte gewissermaßen das i-Tüpfelchen auf diesem Prozess sein."

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.