Nübel-Berater verteidigt Wechsel zum FC Bayern: Mittelfristig "will Alex Neuer verdrängen"

Stefan Backs, Berater von Schalke-Torhüter Alexander Nübel, hat dessen Wechsel zum FC Bayern München im kommenden Sommer verteidigt und zudem betont, dass sein Schützling beim Rekordmeister die Nummer eins werden will.

Mittelfristig, so Backs im Interview mit 11Freunde, "will Alex Neuer verdrängen. Wenn ich zu den Bayern wechsle, muss ich mich da durchsetzen wollen. Neuer ist ein Weltklassetorwart, aber bei Bayern hat jeder Neue erst einmal einen Weltklassemann vor sich." Bei Spielern wie Joshua Kimmich oder Alphonso Davies sei das nicht anders gewesen: "Man wird in drei Jahren sehen, ob Alex' Weg der richtige ist. Aber er ist fest entschlossen und geht das jetzt an."

Die erste Kontaktaufnahme der Bayern mit Nübel habe es indes schon gegeben, bevor er im Sommer 2018 der Berater des 23-Jährigen wurde. "Im Februar 2019 kam dann die erste Anfrage. Es gibt zwar Regeln, dass Spieler und Verein erst ein halbes Jahr vor Vertragsende miteinander verhandeln, aber die Gespräche mit dem Berater können vorher stattfinden", erklärte Backs.

Berater verteidigt Nübel-Transfer zum FC Bayern: "Das ist eine große Chance"

Dass Nübel für seinen Wechsel nach München, wo er sich zunächst eben hinter Neuer anstellen muss, öffentlich kritisiert wurde, kann Backs nicht verstehen. Er betonte: "Man darf nicht vergessen: Nicht jeder Torwart hat die Möglichkeit, zum besten deutschen Klub zu gehen. Das ist eine große Chance. Die Bayern hatten in den Gesprächen das beste Auftreten und das beste Paket."

Alexander Nübel Schalke 09112019

Auf Schalke muss Nübel derweil darum bangen, ob er für den Rest der Saison die Nummer eins bleibt, im kommenden Bundesligaspiel gegen Bayern fehlt er ein letztes Mal rotgesperrt. Ob danach weiterhin Markus Schubert im Tor der Knappen steht oder Nübel zurückkehrt, will Trainer David Wagner nächste Woche entscheiden, das Kapitänsamt hatte man Nübel nach Bekanntwerden seines Abschieds bereits entzogen.

Backs hinterfragt diese Maßnahme kritisch. "Ich habe moralisch damit meine Schwierigkeiten. Alex wird dafür bestraft, dass er seinen Vertrag erfüllt - in Zeiten, in denen Profis sich ganz anders verhalten", sagte er und schob nach: "Er hat kein kritisches Interview gegeben, sich nicht rausgeklagt, nicht den Vertrag gebrochen."

Nübel, der 2015 vom SC Paderborn nach Gelsenkirchen kam, hat für Schalke bisher insgesamt 41 Pflichtspiele bestritten. Beim FC Bayern erhält er einen bis 2025 datierten Vertrag.