Nägelkauen: Was dagegen hilft – Tipps und Tricks

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Nägelkauen ist eine nervige Angewohnheit, die nicht nur zu unschönen Verunstaltungen der Fingernägel führt, sondern auch unangenehme Erkrankungen hervorrufen kann. Wir erklären Ihnen, was gegen das Kauen der Nägel hilft.

Nägelkauen

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Es passiert bei Nervosität, bei Langeweile oder in Zeiten von Stress: Das Nägelkauen (Onychophagie). Wer einmal damit angefangen hat, kann so schnell nicht wieder aufhören. Und je mehr an den Fingernägeln gekaut wird, desto größer wird der Schaden – es entstehen kleine Verletzungen, die teilweise bluten können. Wenn es so weit gekommen ist, wird aus dem zunächst reinen Beauty-Problemchen schnell auch ein gesundheitliches Dilemma.

Nägelkauen: Was sind die Ursachen?

Oftmals ist das Nägelkauen einfach nur eine schlechte Angewohnheit, allerdings können auch tieferliegende psychische Gründe dahinterstecken. So kann es beispielsweise ein Ventil für ungelöste Stress- oder Konfliktsituationen sein. Meist können die Betroffenen nicht angemessen mit den Anspannungen umgehen.

Die meisten Nägelkauer finden sich unter Kindern und Jugendlichen. Aber auch viele Erwachsene kauen regelmäßig Nägel.

Was können die Folgen von Nägelkauen sein?

Wenn Nägelkauen zwanghaft wird, kann dies unangenehme Folgen haben. Denn extreme Nägelkauer beißen ihre Nägel nicht selten bis zur Nagelsohle ab und kauen an der Haut der Fingerkuppen weiter. Nicht selten kommt es dabei auch zu Blutungen. Keimen wird dadurch der Eintritt in die Haut an den Fingern erleichtert und es kann zu Reizungen und Entzündungen kommen. Diese können sehr schmerzhaft sein. Auch Einrisse in der Nagel- und Fingerkuppenhaut machen den Betroffenen zu schaffen. Zudem entstehen an den geschädigten Bereichen schneller Warzen.

Wird Nägelkauen exzessiv betrieben, können die Betroffenen auch gesundheitliche Probleme im Mundraum bekommen. Zahnfleischbluten, Zahnfehlstellungen oder Schwierigkeiten mit der Kaumuskulatur können die Folgen sein.

Ein vor allem optisches Ärgernis: Durch das Nägelkauen kann es zu einer Nachwuchsstörung der Nägel kommen. Dann wachsen die betroffenen Nägel deformiert und ungleichmäßig nach. Das sieht sehr unschön aus und nicht selten schämen sich die Betroffenen und tendieren dazu, Ihre Hände zu verstecken.

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Nägelkauen: Folgen im Überblick

  • dauerhafte Schädigung des Nagels und der Nagelhaut

  • blutende Stellen und Risse

  • Nagelbettentzündungen

  • Zahnfleischentzündungen

  • Zahnprobleme und Zahnfehlstellungen

  • Beschwerden der Kaumuskulatur

Nägelkauen: Was kann man dagegen tun?

Handelt es sich beim Nägelkauen lediglich um eine lästige Angewohnheit und nicht ein Symptom einer schwerwiegenderen psychischen Störung, können Sie folgende Tricks probieren, um das Kauen an den Nägeln zukünftig zu unterlassen:

  • In der Apotheke gibt es spezielle Nagellacke gegen Nägelkauen. Diese Lacke haben einen bitteren Geschmack, der den unbewussten Nagelkauer auf das Nägelkauen aufmerksam macht. Passiert dies öfter, wird mit dem Nägelkauen der bittere Geschmack assoziiert, was dazu führen kann, dass man sich das Kauen langsam abgewöhnt.

  • Sollten Sie den Drang verspüren, an den Nägeln kauen zu wollen, kann es helfen, mit den Händen Fäuste zu formen oder sich auf die Hände zu setzen. Auch das Quetschen eines kleinen Softballs (sogenannte Stressbälle) können helfen.

  • Vor allem für Betroffene, die in ganz bestimmten Situationen nägelkauen (zum Beispiel beim Fernsehen oder Lesen), kann es hilfreich sein, sich genau dann Handschuhe anzuziehen.

  • Das Kürzen der Nägel per Nagelschere, kann ein gutes Mittel gegen Nägelkauen sein. Viele Nagelkauer fangen erst an zu kauen, wenn die Nägel eine bestimmte Länge haben.

  • Auch künstliche Fingernägel können den Spaß am Nägelkauen verderben.

  • Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Meditieren können gut gegen innere Unruhe und Nervosität helfen und damit das Nägelkauen minimieren.

  • Wer die Nägel anknabbert, weil er hyperaktiv ist, kann versuchen, überschüssige Energie umzuleiten. In diesem Fall kann regelmäßiger Ausdauersport wie Laufen oder Radfahren helfen.

Liegt ein tieferes psychisches Problem oder gar eine psychische Störung vor, die das Nägelkauen auslöst, ist es ratsam, einen Therapeuten aufzusuchen. Es gibt verschiedene Therapieformen wie beispielsweise Verhaltenstherapie, die der Ursache auf den Grund gehen. Hierfür können Sie sich auch zunächst mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin besprechen.


Quellen:

  • www.aponet.de

  • Altmeyers Enzyklopädie: Onychophagie

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