Kölns Versagen geht Stöger an die Nieren

Der 1. FC Köln hat im rheinischen Derby das Nachsehen, die Spieler schleichen frustriert vom Platz

Frustriert, ernüchtert, abgeschlagen - aber noch lange nicht am Boden. Für den 1. FC Köln wird die Lage nach der bitteren 1:2 (1:0)-Niederlage im rheinischen Derby bei Bayer Leverkusen immer bedrohlicher  (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga).

Mit zwei Punkten aus zehn Spielen liegen die sieglosen Geißböcke als Tabellenschlusslicht weiterhin fünf Zähler hinter dem Relegationsplatz (Die Tabelle der Bundesliga).

Der Ernst der Lage ist allen bewusst, doch von Resignation ist keine Rede. Im Gegenteil.

Durchalteparolen in der Krise

"Wir geben niemals auf, niemals", sagte Dominique Heintz kämpferisch und entschlossen zugleich und forderte: "Wir müssen am kommenden Sonntag gegen Hoffenheim unbedingt gewinnen, damit wir nicht den Anschluss verlieren und irgendwann aussichtslos am Tabellenende liegen."

In dieselbe Kerbe schlug FC-Kapitän Matthias Lehmann: "Vor der Länderspielpause brauchen wir - wenn möglich - zweimal drei Punkte. Wir ziehen alle an einem Strang, das sieht man. Wir gehen den Weg gnadenlos weiter, und irgendwann werden wir auch dafür belohnt." 

Die Highlights des Spieltags am Sonntag um 9.30 Uhr und um 13.30 Uhr in Bundesliga Pur auf SPORT1

Fehler summieren sich - bis zum Abstieg?

Dass ausgerechnet im Duell der Europa-League-Starter den Kölnern nach zehn Fehlversuchen der erste Saisonsieg gelingt, will aber selbst der stets so optimistische FC-Trainer Peter Stöger nicht so recht glauben.

"Wir machen ja keine offensichtlichen groben Fehler, aber es fehlen halt immer wieder ein paar Kleinigkeiten. Am Ende fehlt dann möglicherweise ganz viel", brachte der Österreicher die missliche Lage auf den Punkt.

Stöger wollte seinem Team, das drei Tage zuvor im DFB-Pokal bei Hertha BSC (3:1) ein Lebenszeichen abgegeben hatte, zwar nicht die Qualität in Gänze absprechen, aber die Regelmäßigkeit des eigenen Versagens geht dem Coach sichtlich an die Nieren. 


HSV taugt nicht als Stimmungsaufheller

Viel Trost kann er aktuell aber nicht spenden, und auch das Beispiel Hamburger SV taugt für den FC-Coach aktuell nicht als Stimmungsaufheller. Der Bundesliga-Dino hatte in der vergangenen Saison ebenfalls nach zehn Spieltagen nur zwei Zähler auf dem Konto, rettete sich aber am Ende wie so oft in der jüngeren Vergangenheit. 

Die UEFA Europa League nächsten Donnerstag ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1

"Wenn es der HSV geschafft hat, dann werden wir das ja wohl auch schaffen", sagte Stöger zunächst leicht süffisant, ehe er mit todernster Miene hinzufügte: "Der Hamburger SV hat Erfahrung im Abstiegskampf. Das kann man mit uns nicht vergleichen, meine Mannschaft kennt das nicht. Deshalb ist unsere Situation auch viel schwieriger."


Teammanager beim FC? Stöger hat andere Sorgen

Deshalb müsse er sich in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten auch ausschließlich auf die Arbeit mit der Mannschaft konzentrieren. Gerüchte, er würde nach der überraschenden Trennung von Sportvorstand Jörg Schmadtke künftig bei den Domstädtern als Teammanager englischer Prägung agieren, dementierte Stöger: "Ich habe wahrlich andere Sachen im Kopf."

Dazu zählt zunächst das Europa-Legaue-Match gegen BATE Borisov am Donnerstag (ab 19 Uhr im TV).

Dass die beiden Stürmer Claudio Pizarro und Jhon Cordoba noch längere Zeit ausfallen, mache die Aufgabe nicht leichter, so Stöger, der immerhin einen Hoffnungsschimmer sah. Denn der Franzose Sehrou Guirassy markierte in Leverkusen seinen ersten Saisontreffer, nachdem er eine Woche zuvor beim 0:0 im Kellerduell gegen Werder Bremen eine Megachance vergeben hatte (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Während die Geißböcke fünf Tage nach der Trennung von Sportvorstand Jörg Schmadtke nach wie im Abstiegsstrudel stecken, setzte Leverkusen durch das fünfte Ligaspiel in Folge ohne Niederlage die Aufholjagd Richtung Europacupplätze fort.