Nächster Maschmeyer-Deal geplatzt: Darum gab es doch kein Geld für Werksta.tt

Daniel Hüfner
·Lesedauer: 2 Min.
Glänzt derzeit nicht mit sicheren Zusagen: DHDL-Investor Carsten Maschmeyer
Glänzt derzeit nicht mit sicheren Zusagen: DHDL-Investor Carsten Maschmeyer

Nach dem Pitch von Werksta.tt-Gründer Justus Lauten (31) geriet Carsten Maschmeyer ins Schwärmen. Er habe immer gehofft, dass „echte Künstliche Intelligenz“ in „Die Höhle der Löwen“ komme, erklärte der DHDL-Investor wenige Minuten nach Lautens Auftritt in der TV-Show. Mehr noch: Lauten sei ein Traumgründer. „Selbstreflektierend, bescheiden, realistisch, den Megatrend KI nutzend – Hammer!“, urteilte Maschmeyer.

Zuvor hatte Lauten den Löwen seine App Werksta.tt vorgestellt mit dem Ziel, die Lebensmittelverschwendung in Bäckereien zu reduzieren. Allein 1,7 Millionen Tonnen an Backwaren, so rechnete der Informatikstudent aus Aachen vor, würden jedes Jahr aufgrund überschüssiger Produktion im Müll landen. Mit seiner App Werksta.tt wolle er etwas dagegen tun.

Die App erstellt mithilfe Künstlicher Intelligenz eine Verkaufsprognose und bezieht dabei diverse Faktoren mit in die Vorhersage ein, beispielsweise das Wetter, Schulferien oder Feiertage. „In der Grillsaison im Sommer zum Beispiel werden in der Regel deutlich mehr Baguettes benötigt als im Herbst“, erklärte Lauten den Löwen. So müsse weniger Ware bestellt und letztlich weggeschmissen werden. Die Besonderheit: Seine Software sei direkt in die Kassensysteme der Bäckereien integriert und lerne unter Berücksichtigung der historischen Umsatzdaten stetig dazu. Lauten stellte zudem den Einsatz der App in weiteren Branchen in Aussicht.

Deal scheiterte an Pandemie

Das überzeugte vor allem Maschmeyer, der sich mit seinem Angebot gegen seinen Löwenkollegen Georg Kofler durchsetzen konnte. Maschmeyer sagte zu, 120.000 Euro für 20 Prozent der Anteile in die Firma von Justus Lauten zu investieren. Wie Gründerszene erfahren hat, kam der Deal im Nachgang der Sendung allerdings nicht zustande. „Kurz nach der Aufzeichnung hatten wir im März 2020 einen unterschriftsreifen Vertrag vorliegen, doch dann kam uns die Corona-Pandemie dazwischen“, teilt Lauten auf Nachfrage mit. Wegen der großen Unsicherheit habe man von einem Deal Abstand genommen, das Startup habe sich daraufhin „auf kleiner Flamme“ zunächst um die weitere Kundenakquise gekümmert.

Das bestätigt auch Carsten Maschmeyer: „Der Deal wurde kurz vor Beginn der Pandemie geschlossen. Leider hat es bei der coronabedingten Neuausrichtung dann unterschiedliche Einschätzungen gegeben. Deswegen sind wir nicht zusammengekommen“, heißt es in einem Statement gegenüber Gründerszene. Er wünsche dem Gründer jedoch weiterhin viel Erfolg, „denn die Idee, durch KI, Nahrungsverschwendung nicht aufkommen zu lassen, ist gut.“

Für Maschmeyer ist es in der laufenden Staffel von „Die Höhle der Löwen“ bereits der zweite Deal, der im Nachgang der Show platzt. Erst vor knapp zwei Wochen hatte der TV-Löwe ein zugesagtes Investment in die E-Sports-Firma Zaunkönig zurückgezogen. Für Justus Lauten und seine App Werksta.tt soll es jedoch trotzdem bald mit einer Finanzierung weitergehen, dann sogar in deutlich größerem Umfang: „Wir sind derzeit in Gesprächen für eine Runde im Umfang von rund 500.000 Euro“, so Lauten.