Nächste Runde Nord-Stream-Sanktionen verschont wohl Deutschland

Nick Wadhams und Vanessa Dezem
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die USA dürfte deutsche Unternehmen bei einer neuen Runde Sanktionen zur Nord-Stream-2-Gaspipeline außen vorlassen, so vier mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Biden-Regierung will das Projekt zwar immer noch stoppen, versucht jedoch dabei, Berlin nicht zu verärgern.

Ein wichtiger Bericht an den Kongress, der ab Freitag veröffentlicht werden könnte, nennt wohl nur eine kleine Anzahl von Unternehmen mit besonders enger Bindung an Russland, so die Personen, die um Anonymität baten, da die Entscheidung noch nicht öffentlich ist.

Nord Stream 2 war unter der Trump-Regierung eine Belastung für die transatlantischen Beziehungen. Das Projekt, das russisches Gas nach Europa liefern soll, steht kurz vor dem Abschluss und wird auch von der Regierung unter Joe Biden kritisch gesehen.

Der neue US-Außenminister Antony Blinken will keine Unternehmen oder Einzelpersonen aus Ländern wie Deutschland ins Visier nehmen, sagten die Personen. Für ihn sei wichtiger, diplomatische Lösungen zu finden und die Wunden zu heilen, die durch Donald Trumps "America First"-Ansatzentstanden sind.

Diese Zurückhaltung kommt bei Kritikern nicht gut an, die argumentieren, die USA müssten Sanktionen gegen ausländische Unternehmen verhängen, die beim Bau der Pipeline helfen. Spannungen mit Deutschland abzubauen dürfe nicht andere Verbündete wie die Ukraine, Polen und die baltischen Staaten vor den Kopf stoßen, so die Argumentation.

Das Außenministerium lehnte eine Stellungnahme am Donnerstag ab, hatte zuvor jedoch wiederholt gesagt, Biden sei gegen Nord Stream 2.

Die Debatte über Nord Stream 2 in den USA ist deshalb so dringend, da der Kongress eigentlich schon bis zum 16. Februar einen Bericht darüber vorlegen musste, wer mit der Pipeline verbandelt ist und möglicherweise sanktioniert wird. Der Bericht wird voraussichtlich eine kleine Anzahl russischer Unternehmen aufführen, gegen die wahrscheinlich Sanktionen verhängt werden.

Überschrift des Artikels im Original:U.S. Expected to Leave Germans Out of Next Nord Stream Sanctions

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