Das nächste iPhone könnte ohne Qualcomm gebaut werden

Felix Knoke

Inmitten seiner Rechtstreits mit Qualcomm entwirft Apple iPads und iPhones ohne seinen langjährigen Chip-Partner, berichtet das Wall Street Journal. Stattdessen überlege es eine Zusammenarbeit mit Intel oder MediaTek für die Modem-Chips. Laut dem Bericht halte Qualcomm derzeit außerdem Software zurück, mit dem Prototypen von Apples Flagship-Geräten getestet werden können - das belaste die eh schon angeschlagenen Firmenbeziehungen noch weiter.

Jahrelang benutzte Apple Qualcomm-Chips in seiner Hardware. Aber mit dem iPhone 7 und 7 Plus wendete sich Apple verstärkt Intel zu: In manchen Geräten sind seitdem Intel-, in manchen Qualcomm-Modems verbaut (die Qualcomms galten aber als besser).

Qualcomm weist laut WSJ darauf hin, dass sein Modem für das nächste iPhone "bereits vollständig durchgetestet und an Apple übergeben" worden sei. Man wolle "Apples neue Geräte unterstützen". Aber was bedeuten diese Wort im juristischen Gefecht?

Seit 2017 stehen beide Firmen vor Gericht: Apple hatte ein 1-Milliarden-Dollar-Klage gegen Qualcomm eingereicht, wonach das Unternehmen unfaire Lizenzzahlungen von Apple fordere für Technik, mit denen Apple "nichts zu tun" habe. Dann stellte Apple die Zahlungen an Qualcomm ein - was im Quartalsbericht Q3 2017 als ein Rückgang des Unternehmensumsatzes um eine halbe Milliarde Dollar zu sehen war.

Qualcomm reagierte mit einer eigenen Klage gegen Apple wegen Patent-Verstößen: Erst versuchte Qualcomm den Verkauf der neuen iPhones in den USA, dann in China zu verhindern.

Wall Street Journal