Nächste chinesische Millionenstadt ordnet Massentests nach Covid-Verdachtsfall an

Corona-Test in Guangzhou (AFP/Noel Celis) (Noel Celis)

Im rigorosen Kampf gegen die Corona-Pandemie in China hat eine weitere Millionenstadt Massentests veranlasst. Nach einem Corona-Verdachtsfall am Flughafen der Handelsmetropole Guangzhou wurden am Donnerstag 5,6 Millionen Einwohner aufgerufen, sich testen zu lassen. Hunderte Flüge wurden gestrichen. Das Technologiezentrum Hangzhou hatte bereits am Vortag Corona-Tests bei 9,4 Millionen Einwohnern angeordnet. Taiwan meldete nach seiner Abkehr von der Null-Covid-Strategie erstmals mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag.

Guangzhous Behörden kündigten Massentests für fast ein Drittel seiner knapp 19 Millionen Einwohner an, nachdem am Flughafen ein "abnormales" Testergebnis festgestellt worden war. Die meisten für Donnerstag geplanten Flüge wurden gestrichen. Die Metropole im Südosten Chinas ist ein wichtiges Handels- und Produktionszentrum.

Das Technologiezentrum Hangzhou in der Nähe von Shanghai hatte am Mittwoch angeordnet, dass sich 9,4 Millionen der mehr als zwölf Millionen Einwohner im Stadtzentrum alle 48 Stunden testen lassen müssen, wenn sie Zugang zu öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln haben wollen. Zuvor waren in Hangzhou mehrere Dutzend Infektionsfälle festgestellt worden.

In Peking wurden unlängst rund 150 Gebäude abgeriegelt, nachdem rund hundert Corona-Infektionen binnen einer Woche nachgewiesen worden waren. Fast alle 22 Millionen Einwohner müssen sich auf das Virus testen lassen. Ausstellungen, Aufführungen und Hochzeitsfeiern wurden abgesagt, auch Sportstätten mussten schließen. Am Donnerstag wurden 50 Corona-Neuinfektionen aus der chinesischen Hauptstadt gemeldet, landesweit waren es laut Gesundheitsministerium mehr als 11.000 Fälle.

Die Corona-Welle wirkt sich auch auf den Reiseverkehr aus. Bei Chinas fünftägigen Ferien rund um den 1. Mai sei dieses Jahr mit rund 100 Millionen Reisen zu rechnen, sagte ein hochrangiger Vertreter des Verkehrsministeriums. Das wären gut 60 Prozent weniger als im Vorjahr. "Ich hatte daran gedacht, Ferien zu machen, aber bei der Epidemie vermeidet man es besser, rauszugehen", sagte der 34-jährige Pekinger Wang Yang.

Im Zuge der Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante sieht sich China mit dem schlimmsten Corona-Ausbruch seit dem Höhepunkt der ersten Welle Anfang 2020 konfrontiert. Dabei stößt Chinas bislang weitgehend erfolgreiche Null-Covid-Strategie mit Massentests, harten Lockdowns und Reisebeschränkungen an ihre Grenzen.

In Shanghai werden trotz einer wochenlangen Abriegelung täglich dutzende Todesfälle verzeichnet. Die Restriktionen scheinen aber langsam zu wirken. Am Donnerstag registrierte die größte Stadt Chinas 10.622 Neuinfektionen und damit die niedrigste Zahl seit Anfang April.

Im Rest der Welt wächst unterdessen die Besorgnis darüber, wie sich die Corona-Lage in China auf die Lieferketten auswirken könnte. Die ständigen Lockdowns haben der Wirtschaft geschadet und unter anderem zu Rückstau im weltweit verkehrsreichsten Containerhafen in Shanghai geführt.

Taiwan hat die Null-Covid-Strategie mittlerweile aufgegeben. In der Folge meldete das Land am Donnerstag erstmals mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages.

Taiwans Gesundheitsminister Chen Shih-chung sagte, sein Land sei "in einer Phase, in der die Fälle sicherlich rasch zunehmen". Dies sei "unvermeidbar". Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren in Taiwan aber 99,7 Prozent der seit Jahresbeginn festgestellten Corona-Infektionen mild oder sogar symptomlos.

yb/isd

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