Der Nächste, bitte: Sanofi greift nach früherer Biogen-Sparte Bioverativ – zu teuer?

Michel Doepke
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Die Übernahmewelle in den USA schwappt über den Atlantik nach Europa: Sanofi möchte sich die ehemalige Biogen-Sparte Bioverativ für stattliche 11,6 Milliarden Dollar unter den Nagel reißen. Dies entspricht einer Prämie von satten 64 Prozent. Ganz schön teuer – die Börse bewertet dies ähnlich und drückt die Sanofi-Aktie rund vier Prozent ins Minus.

Biotech-Unternehmen im Bereich der Bluterkrankheiten werden seit längerem als heiße Übernahmekandidaten gehandelt. Sanofi hat sich nun mit Bioverativ eine dieser aussichtsreichen Firmen gesichert und bietet 105 Dollar je Aktie in bar, beide Verwaltungsräte hätten dem Deal bereits zugestimmt. Für den AKTIONÄR greifen die Franzosen zu tief in die Tasche. Für 11,6 Milliarden Dollar hätte Sanofi zwei kleinere lukrative Übernahmen stemmen können.

Ausweg: Übernahme

Wie viele Pharmakonzerne leidet auch Sanofi unter rückläufigen Umsätzen bei Kassenschlagern aufgrund auslaufender Patente und zunehmender Konkurrenz. Wie zum Beispiel das Insulinpräparat Lantus: Analysten rechnen hier für das abgelaufene Jahr mit einem Umsatz von 4,6 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2020 sollen die Erlöse auf etwa 2,8 Milliarden Euro beim bis dato wichtigsten Sanofi-Produkt schrumpfen.

Und auch beim Gesamtumsatz herrscht ohne Zukäufe Stagnation: Für 2017 kalkulieren Analysten mit Erlösen von 35,4 Milliarden Euro, wie auch die Schätzung für 2018. 2019 rechnen die bei Bloomberg befragten Analysten mit einem kleinen Anstieg auf 36,9 Milliarden Euro. Mit der Bioverativ-Übernahme soll langfristiges Wachstum gesichert werden. Allerdings für einen hohen Preis!

Chartbild klar angeschlagen

Der seit Mai 2017 bestehende Abwärtstrend ist nach wie vor intakt, seit Oktober hat sich der Abverkauf noch einmal beschleunigt. Anleger bewerten die Akquisition von Bioverativ negativ. Anleger sollten vorerst von einem Einstieg absehen, wer investiert ist, bleibt mit einem Stopp bei 65,00 Euro an Bord.