Schon wieder Magdeburg! FCA scheitert bei Drittligist

Der FC Augsburg ist in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden

Als die Spieler des FC Augsburg nach der erneuten Pokal-Blamage beim 1. FC Magdeburg wie geprügelte Hunde vom Rasen schlichen, träumten die Fans des tapferen Drittligisten schon vom ganz großen Coup. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", sangen die Anhänger des FCM - und legten nach dem 2:0 (0:0)-Coup noch einmal den Finger in die frische Wunde der maßlos enttäuschten Augsburger.

"Jeder wollte heute eine Runde weiterkommen. Wir haben als Mannschaft nicht gut verteidigt und nicht gut nach vorne gespielt. Und wenn wir mal nach vorne gespielt haben, haben wir es nicht geschafft, das Ding über die Linie zu schießen", sagte der neue FCA-Kapitän Daniel Baier nach der Pleite im Magdeburger Hexenkessel.

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Augsburg erlebt Deja Vu

Schon 2014 war der FCA beim damaligen Regionalligisten in der ersten Runde aus dem Pokal geflogen, damals mit einem 0:1. Kurios: Christian Beck (87.) traf wie vor drei Jahren für den Landespokalsieger von Sachsen-Anhalt. Tobias Schwede (90.+1) machte in der Nachspielzeit mit einen Tor in den leeren Kasten alles klar. "Magdeburg hatte gefühlt 50 Standardsituationen, da war es nur eine Frage der Zeit, wann einer den Ball über die Linie drückt", sagte Baier.

Bei den Hausherren herrschte dagegen grenzenloser Jubel. "Wir hatten die besseren Chancen und haben verdient gewonnen", sagte Matchwinner Beck. Trainer Jens Härtel bedankte sich bei seinem Schlussmann: "Das war eine klasse Leistung von Mario Seidel, Hut ab. Er hat einige wichtige Bälle gehalten. So eine Leistung, wenn es drauf an kommt - das ist schon sehr gut."

Die Pleite zum Pflichtspielauftakt setzt Augsburg noch vor dem Ligastart unter Druck. Beim am Sonntag ebenfalls ausgeschiedenen Hamburger SV am kommenden Samstag (15.30 Uhr im LIVETICKER) sind die bayerischen Schwaben gleich gefordert. 

In Magdeburg sah sich der 13. der abgelaufenen Bundesliga-Saison nicht nur auf dem Platz massiver Gegenwehr ausgesetzt.

FCA-Bus von Chaoten beschmiert

Vor der Partie hatten Unbekannte durch Schmierereien am Mannschaftsbus der Gäste für Unmut gesorgt. Parolen wie "Wessis jagen" und "Nur der 1. FCM" waren am Sonntag auf dem schwarzen Vehikel der Süddeutschen zu lesen. "Jedwede Form des Vandalismus ist zu verteufeln. Das lehnt der 1. FC Magdeburg ganz klar ab", sagte FCM-Pressesprecher Norman Seidler dem MDR. Die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt nahm umgehend Ermittlungen gegen Unbekannt auf.


Wie die Unterstützung des Herzensvereins richtig geht, zeigten die 21.641 Zuschauer im Stadion. Wie entfesselt peitschte das Magdeburger Publikum sein Team noch vorne, wovon sich der Favorit zunächst beeindruckt zeigte. Marcel Niemeyer (3.) hatte prompt die erste Chance zur Führung der Gastgeber, scheiterte aus linker Position jedoch knapp an FCA-Torhüter Marwin Hitz  (Spielplan und Ergebnisse der 1. DFB-Pokal-Runde im Überblick).

Magdeburg klar besser

Augsburg fand im ersten Durchgang so gut wie gar nicht zu seinem Spielaufbau und hatte große Probleme mit dem robusten Pressing der Magdeburger. Ein recht ungefährlicher Schuss von Jonathan Schmid (21.) war die zwingendste Aktion, die Torwart Mario Seidel, die etatmäßige Nummer drei, in der ersten Halbzeit zu parieren hatte. Die in dieser Phase überlegenen Magdeburger waren offensiv wesentlich druckvoller und hatten in Person von Torjäger Beck (34./45.) mehrmals das 1:0 auf dem Fuß.


Im zweiten Abschnitt büßte Magdeburg kaum an Kampfkraft ein, doch Augsburg kam zu besseren Möglichkeiten. Stürmer Alfred Finnbogason (52.) prüfte Seidel mit einem satten Schuss aus rund 16 Metern, doch der FCA blieb auch im Anschluss zu passiv. Wie aus dem Nichts stand plötzlich Schmid (69.) frei vor Seidel, der den Versuch des Franzosen mit einem großartigen Reflex an die Latte lenkte. 

FCA wird Strafstoß verwehrt

Kurz darauf verweigerte Schiedsrichter Guido Winkmann den Augsburgern einen Strafstoß, nachdem Magdeburgs Nils Butzen den Ball im Sechzehnmeterraum aus kurzer Distanz an die Hand bekommen hatte. Magdeburg behielt auch in der Folge die Ballhoheit, während die Gäste irgendwie auf einen Glückstreffer hofften.

Drei Minuten vor Spielende war es dann Beck, der für ein Deja-vu sorgte, ehe Schwede sogar erhöhte. Zuvor war ein Schuss von Felix Lohkemper aufs leere Tor aus gut 60 Metern aufs leere Tor am Pfosten gelandet.

Auer Fehlstart perfekt

Erzgebirge Aue hat derweil den Fehlstart in die neue Saison perfekt gemacht.

Die in der zweiten Liga nach zwei Spielen noch punktlosen Sachsen mussten sich in der ersten Runde nach einer schwachen Vorstellung dem SV Wehen Wiesbaden ebenfalls mit 0:2 geschlagen geben.

David Blacha (4.) und Stephan Andrist (7.) sorgten mit ihren Toren für einen Blitzstart des Außenseiters, der auch in der Folge das dominierende Team war. Aue fand überhaupt nicht ins Spiel und musste froh sein, zur Pause nur mit zwei Toren zurückzuliegen. So setzte Alf Mintzel einen Freistoß nur an die Latte (39.).

Auch nach dem Wechsel taten sich die Gäste schwer, sorgten nun aber zumindest ab und an für Torgefahr. Pech hatte Dimitrij Nazarov mit einem Freistoß an die Latte (64.).