Mymuesli geht den nächsten Schritt zum Börsengang

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Mymuesli hat 20 von 23 Geschäften geschlossen und somit etwa 130 Mitarbeiter entlassen.
Mymuesli hat 20 von 23 Geschäften geschlossen und somit etwa 130 Mitarbeiter entlassen.

Gerüchte über Börsenpläne gibt es schon seit mehreren Wochen, nun wird Mymuesli konkreter. Anfang Juni hat sich das Passauer Unternehmen von einer GmbH in eine AG umgewandelt – eine Voraussetzung für den IPO.

Wie sich Reuters im Mai auf Insider berief, will Mymuesli in den nächsten Monaten an die Börse – spätestens im September. Dabei soll das fast 14 Jahre alte Unternehmen mit 250 Millionen Euro bewertet werden und 100 Millionen Euro einnehmen. Die Mymuesli-Gründer Hubertus Bessau, Philipp Kraiss und der mittlerweile ausgeschiedene Max Wittrock halten insgesamt 60 Prozent an ihrer Firma. Die verbliebenen Anteile gehören der Hamburger Investmentfirma Genui, hinter der eine Gruppe Privatunternehmer steckt.

"Nächster logischer Schritt in der Wachstumsgeschichte"

Trotz der Indizien hält sich Mymuesli nach wie vor bedeckt. Gerüchte und Spekulationen wolle man nicht kommentieren, ließ eine Sprecherin auf Gründerszene-Nachfrage ausrichten. Es heißt lediglich: "Die Umwandlung unserer Gesellschaftsform in eine AG ist der nächste logische Schritt in der Wachstumsgeschichte von Mymuesli, der uns den Zugang zu neuen Investoren erleichtern wird." Konkreter wird das Unternehmen nicht, das Statement lässt aber wohl nur eine Deutung offen: IPO.

In seinem Geschäftsbericht von 2020 weist Mymuesli zudem darauf hin, dass es für das künftige Wachstum die „Inanspruchnahme weiterer Finanzierungsquellen“ erwägt. Zuvor war von Mitteln aus dem Cashflow sowie Krediten die Rede. Erst im Januar nahmen die Passauer ein Darlehen von 1,5 Millionen Euro von der Deutschen Bank auf. Die Prognose könnte als auch ein Hinweis darauf sein.

Nachdem die Firma fast alle Filialen geschlossen und damit enorm Kosten eingespart hat, will Mymuesli 2021 stärker in den Einzelhandel gehen und den Onlineshop ausbauen, aber auch neue Märkte erschließen. Laut Stellenausschreibungen suchen die Chefs jemanden für die internationale Expansion. Allerdings erwirtschaften die Passauer nach wie vor rund drei Viertel des Gesamtumsatzes in ihrem Heimatmarkt. Eine andere Wachstumsstrategie sind neue Marken: Nachdem Mymuesli 2017 mit Nilk pflanzliche Milch herausgebracht hat, folgte im Frühling Babybrei. Für solche neuen Produktkategorien benötigt das Unternehmen ebenfalls Kapital. Das könnte es sich über einen Börsengang besorgen.

Im Vorstand der AG sitzen Bessau, Kraiss, der kürzlich eingestellte Digitalchef Daniel Setzermann und CFO Franky Das, der im Dezember von Amazon zu Mymuesli gewechselt ist. In den Aufsichtsrat wurde Patrick Gehlen gewählt, Partner beim Anteilseigner Genui, Ottmar Debald, M&A-Berater sowie früherer CFO bei Procter & Gamble Deutschland, so auch Louisa Lee-Reizes, ebenfalls Investmentberaterin, aber im Luxusbereich.

Bei mehreren deutschen Firmen aus der Startup-Szene läuft gerade der Countdown für den Börsengang. About You hat erst vergangene Woche seine Aktien platziert. Mister Spex will am 2. Juli aufs Frankfurter Parkett. Babbel soll sich ebenfalls darauf vorbereiten. Und der Toniebox-Hersteller Boxine liebäugelt etwa mit einem Spac-Börsengang.

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