In Myanmar inhaftierter Journalist Fenster nach Freilassung zurück in den USA

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US-Journalist Danny Fenster (Mitte) (AFP/TIMOTHY A. CLARY)

Nach sechs Monaten in einem Gefängnis in Myanmar ist der US-Journalist Danny Fenster in seine Heimat zurückgekehrt. Der 37-Jährige landete am Dienstag am New Yorker Flughafen JFK und umarmte dort innig seine Eltern. "Ich habe mir diesen Moment so lange so intensiv vorgestellt", sagte der ursprünglich zu elf Jahren Haft verurteilte Fenster zu wartenden Reportern. "Es übersteigt alles, was ich mir vorgestellt habe."

Er werde aber nur kurz mit seiner Familie feiern, betonte Fenster. Er wolle seinen Fokus schnell auf noch in Myanmar inhaftierte Journalisten und "politische Häftlinge" legen. "Viele Bürger, Ärzte, Lehrer sind im Gefängnis." Über seine eigene Zeit im Gefängnis sagte Fenster: "Es ist jeden Tag ein Auf und Ab. Es gibt dunkle Momente, und dann gibt es Tage, die ganz einfach vollkommen okay sind."

Der Mitarbeiter des örtlichen Magazins "Frontier Myanmar" war am Montag nach Angaben der Militärjunta aus "humanitären Gründen" begnadigt und aus dem berüchtigten Insein-Gefängnis in Yangon entlassen worden. Er flog dann über Katar in die USA.

Der im Mai festgenommene Fenster war erst vergangene Woche wegen angeblicher illegaler Verbindungen, Aufwiegelung gegen das Militär und Verstößen gegen Visaregelungen zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Von Dienstag an hätte ihm ein neuer Prozess wegen Aufruhrs und "Terrorismus" gemacht werden sollen. Bei einer Verurteilung hätte ihm dann eine lebenslange Haftstrafe gedroht.

Fenster kam nach einer Vermittlungsmission des früheren US-Diplomaten Bill Richardson frei, der zusammen mit dem Journalisten in die USA flog. Der frühere Gouverneur des Bundesstaates New Mexico betonte am Dienstag am New Yorker Flughafen, er habe nicht im Auftrag der US-Regierung gehandelt.

"Ich arbeitete nicht für die US-Regierung, ich war kein Abgesandter." Der 74-Jährige hat sich auf schwierige Vermittlungsmissionen insbesondere zur Freilassung im Ausland inhaftierter oder als Geiseln genommener US-Bürger spezialisiert.

Seit dem Militärputsch in Myanmar im Februar wurden nach UN-Angaben mehr als 1200 Menschen bei von den Sicherheitskräften gewaltsam aufgelösten Protesten getötet. Mehr als 8000 Menschen wurden demnach festgenommen. Darunter waren nach Angaben der Organisation Reporting Asean mehr als hundert Journalisten. Im Zuge einer Amnestie kamen im Oktober zahlreiche Gefangene frei. Nach Angaben von Reporting Asean befinden sich aber nach wie vor mindestens 30 Journalisten in Haft.

fs/ju

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