Myanmar feiert 70. Jahrestag der Unabhängigkeit

Myanmar feiert 70 Jahre Unabhängigkeit

Mit Straßenfesten und Sportwettkämpfen haben die Menschen in Myanmar am Donnerstag den 70. Jahrestag der Unabhängigkeit ihres Landes gefeiert. In Rangun wurden Straßen für den Verkehr gesperrt und mit Musik beschallt. Bewohner veranstalteten Kissenschlachten, während Jugendliche in Ringkämpfen gegeneinander antraten, um glitschige Kokosnüsse zu erobern.

"Wir müssen jedes Jahr die Erinnerung an diesen Tag wachhalten", sagte der 27-jährige Ye Yint. "Die jüngeren Generationen müssen sich an die älteren Generationen erinnern, die für unsere Freiheit gekämpft haben."

Die einstige britische Kolonie hatte am 4. Januar 1948 nach einem langem Kampf unter Führung von General Aung San ihre Unabhängigkeit von Großbritannien erklärt. 1962 errichtete dann das Militär eine jahrzehntelange Diktatur. 2010 leitete die Militärjunta einen demokratischen Übergang ein. Inzwischen wird das Land von einer zivilen Regierung geführt. De-facto-Regierungschefin ist Aung Sans Tochter, die Friedensnobelpreisträgein Aung San Suu Kyi.

Die offiziellen Feierlichkeiten am Unabhängigkeitstag fielen zurückhaltend aus. Als ranghöchster Politiker nahm Vizepräsident Myint Swe an einer Zeremonie in der Hauptstadt Naypyidaw teil. Wegen des gewaltsamen Einsatzes der Armee gegen die muslimische Minderheit der Rohingya steht Myanmar seit Monaten international in der Kritik. Tausende Rohingya wurden getötet. Hunderttausende Angehörige der Minderheit flohen vor der Gewalt ins Nachbarland Bangladesch.