Mutter von in Russland inhaftiertem Filmemacher bittet Putin um Gnade

Filmemacher Oleg Senzow

Die Mutter des in Russland inhaftierten ukrainischen Filmemachers Oleg Senzow hat Staatschef Wladimir Putin in einem Brief um die Freilassung ihres Sohnes gebeten. Putin solle "Erbarmen" mit dem zu 20 Jahren Gefängnis verurteilten 42-Jährigen haben und ihn begnadigen, bat Senzows Mutter in einem Brief vom 22. Juni, der am Freitag veröffentlicht wurde. Der Filmemacher befindet sich seit zwei Monaten im Hungerstreik.

Putin solle das Leben des 42-Jährigen und dessen Angehöriger nicht "zerstören", heißt es in dem Brief. Nach vier Jahren in Haft würden Senzows Kinder auf ihren Vater warten. "Sie fühlen sich schlecht ohne ihn. Sie werden niemals glücklich sein ohne ihren Vater."

Seit dem 14. Mai protestiert Senzow mit einem Hungerstreik für die Freilassung der ukrainischen "politischen Gefangenen" aus russischer Haft. Seitdem nahm er nach Angaben seines Anwalts keine feste Nahrung mehr zu sich. Der 42-Jährige habe bereits 15 Kilo abgenommen, berichtete seine Cousine.

Senzow war 2014 auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim festgenommen worden. Er wurde anschließend zu einer 20-jährigen Haftstrafe wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung" und "Waffenschmuggels" verurteilt. Amnesty International hatte den Prozess als "stalinistisch" angeprangert. Internationale Aufrufe für die Freilassung Senzows, unter anderem des Europarats und der G7, verhallten bislang ungehört.