Mutter von getötetem französischen Polizisten ruft zu Toleranz auf

Die Mutter des als Held gefeierten französischen Polizisten Arnaud Beltrame hat nach dem Mord an ihrem Sohn zu Toleranz aufgerufen. "Arnaud hätte nicht gewollt, dass wir aufgeben", sagte Nicolle Beltrame dem Rundfunksender RTL

Die Mutter des als Held gefeierten französischen Polizisten Arnaud Beltrame hat nach dem Mord an ihrem Sohn zu Toleranz aufgerufen. "Arnaud hätte nicht gewollt, dass wir aufgeben", sagte Nicolle Beltrame dem Rundfunksender RTL am Montag. "Ich bin hier, um ihn zu ehren (...), damit diese Tat irgendeinen Sinn hat, damit wir ein bisschen menschlicher, ein bisschen toleranter sind."

Gegenüber dem Attentäter Radouane Lakdim empfinde sie keinen Hass, sagte die Mutter des Polizisten, der sich bei den Angriffen am Freitag in Südfrankreich gegen eine weibliche Geisel hatte austauschen lassen und dann von Lakdim wie drei weitere Menschen getötet worden war. "Ich empfinde Gleichgültigkeit und die allergrößte Form der Verachtung."

Nicolle Beltrame empfahl in dem Interview, nicht über den Attentäter zu sprechen und auch keine Fotos von ihm zu zeigen. "Wir sollten die Fotos von Helden zeigen, nicht von Killern und Monstern." Ihr Sohn wäre im April 45 Jahre alt geworden.

Der aus Marokko stammende Franzose Lakdim hatte am Freitag zunächst in der Stadt Carcassonne ein Auto geraubt und dann in einem Supermarkt in Trèbes mehrere Geiseln genommen. Der 25-jährige Attentäter wurde später von der Polizei erschossen. Er hatte sich als "Soldat" der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bezeichnet.

Der Kleinkrimelle hatte auf einer Überwachungsliste der Antiterror-Ermittler gestanden, war aber als ungefährlich eingestuft worden. Wie am Montag aus Ermittlerkreisen verlautete, war seine 18-jährige Freundin ebenfalls auf der Liste. Sie sei vom Geheimdienst beobachtet worden.

Die junge Frau befindet sich seit Freitag in Gewahrsam, ebenso wie ein 17-jähriger Freund Lakdims. Bei der 18-Jährigen gibt es nach Angaben der Ermittler Hinweise auf eine Radikalisierung.