Mutmaßliches IS-Mitglied in Frankreich festgenommen

In Frankreich ist ein mutmaßliches Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen worden. Nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft vom Freitag läuft bereits seit März ein Ermittlungsverfahren gegen den 33-jährigen Iraker. Die Vorwürfe lauten auf "Kriegsverbrechen" und "Mord im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben".

Konkret wirft die Justiz Ahmed H. vor, sich vor rund vier Jahren an einem Massaker mit bis zu 1700 Toten nahe der nordirakischen Stadt Tikrit beteiligt zu haben, wie die Nachrichtenagentur AFP von Seiten der Ermittler erfuhr.

Auf dem Militärstützpunkt Speicher nahe Tikrit hatten sunnitische Extremisten am 11. Juni 2014 hunderte zumeist schiitische Armeerekruten entführt und getötet. Zu dem Massaker bekannte sich die IS-Miliz.

Ahmed H. hatte nach Angaben der Ermittler im Juni 2017 von den französischen Behörden eine Aufenthaltserlaubnis für zehn Jahre erhalten, nachdem er offiziell als politischer Flüchtling anerkannt worden war. Dann wurden die Vorwürfe gegen ihn bekannt, was in diesem Frühjahr zu seiner Festnahme durch den Inlandsgeheimdienst führte.

Die irakischen Behörden halten den Mann nach französischen Angaben für ein hochrangiges IS-Mitglied. Er soll die Region Samarra nördlich von Bagdad befehligt haben, hieß es. Deshalb laufe im Irak bereits ein Verfahren gegen ihn.