Mutmaßlicher Todesschütze von Nashville gefasst

Nach eintägiger Fahndung hat die Polizei im US-Bundesstaat Tennessee den mutmaßlichen Todesschützen gefasst, der nackt in einem Schnellrestaurant um sich gefeuert hatte. Der 29-Jährige wurde in einem bewaldeten Gebiet aufgegriffen

Nach eintägiger Fahndung hat die Polizei im US-Bundesstaat Tennessee den mutmaßlichen Todesschützen gefasst, der nackt in einem Schnellrestaurant um sich gefeuert hatte. Der 29-jährige wurde am Montag in einem bewaldeten Gebiet aufgegriffen, wie die Polizei von Nashville mitteilte. Bei dem bizarren Gewaltakt waren vier Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden.

Die Polizei kam durch ein Autokennzeichnen auf die Spur des mutmaßlichen Täters namens Travis Reinking und veröffentlichte daraufhin ein Fahnungsfoto. Am Montag ging dann den Angaben zufolge ein telefonischer Hinweis bei der Polizei ein, dass ein zur Täterbeschreibung passender Mann in das Waldstück hineingelaufen war. Kurz darauf erfolgte der Zugriff.

Reinking war zum Zeitpunkt seiner Festnahme nach Angaben der Polizei wieder bekleidet. Dies zeigte auch ein von ihr veröffentlichtes Foto des Mannes in einem Polizeiwagen. Die Motive des Täters waren weiterhin unklar.

Nach Angaben eines Polizeisprechers soll Reinking unter psychischen Problemen gelitten haben. Er habe "deutliche Symptome der Instabilität" gezeigt. Der für den Personenschutz des US-Präsidenten zuständige Secret Service teilte mit, Reinking sei im vergangenen Juli vorübergehend festgenommen worden, nachdem er versucht habe, die Sicherheitsbarrieren um das Weiße Haus in Washington zu überwinden.

Nach diesem Vorfall war Reinking sein Waffenschein entzogen worden, wie der Polizeisprecher in Nashville sagte. Bei ihm seien damals vier Waffen beschlagnahmt und an seinen Vater übergeben worden. Unter diesen Waffen sei das Sturmgewehr des Typs AR-15 gewesen, das Reinking dann für den Angriff in dem Restaurant benutzt habe.

Reinking war erst im vergangenen Herbst von seinem Heimatstaat Illinois im Mittleren Westen der USA in den Südstaat Tennessee umgezogen. In der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) schoss er dann in der Filiale einer auf Waffeln spezialisierten Restaurantkette in Antioch, einem Vorort von Nashville, um sich. Drei Menschen starben an Ort und Stelle, ein weiterer im Krankenhaus.

Nach Polizeiangaben trug der Schütze nur einen Mantel über dem nackten Körper, den er dann im Restaurant ablegte: "Er war nackt und trat zu Fuß die Flucht an."

Gestoppt worden war der Angriff von dem 29-jährigen Restaurantbesucher James Shaw, der dem Schützen seine Waffe entriss. Shaw wurde von US-Medien wie auch dem Weißen Haus als Held gefeiert. Durch seine "heroische Taten" habe der junge Mann Leben gerettet, sagte Sarah Sanders, die Sprecherin von Präsident Donald Trump.

Das AR-15-Sturmgewehr ist eine Waffe, die vielfach bei Überfällen und Angriffen in den USA zum Einsatz kommt. Sowohl der Heckenschütze von Las Vegas, der im Oktober 58 Konzertbesucher tötete, als auch der Angreifer an der High School in Florida, der im Februar 17 Menschen erschoss, verwendeten Sturmgewehre dieses Typs.

Die zahlreichen Schusswaffenvorfälle und besonders das Blutbad am Valentinstag an der Schule in Florida haben in den USA eine von Schülern getragene Protestbewegung in Gang gesetzt, die nach jahrelanger Tatenlosigkeit eine Verschärfung der laxen Waffengesetze fordert. Nach jüngsten Umfragen befürworten inzwischen 62 Prozent der Befragten ein landesweites Verbot des Verkaufs von Sturmgewehren.