Mutmaßlicher Reichsbürger wegen Angriffs auf Polizisten vor Gericht

Ein 19-Jähriger und seine Mutter müssen sich ab wegen der Zwangsprostitution einer 15-Jährigen vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der Jugendliche soll das Mädchen bedroht und in mehreren Fällen an Freier vermittelt haben

Im Prozess vor dem Landgericht in Halle an der Saale wegen eines mutmaßlichen Reichsbürgerangriffs auf einen Polizisten hat sich die Anklageverlesung am Montag zunächst verzögert. Zum Verhandlungsauftakt stellte die Verteidigung Anträge. Die Anwälte des Angeklagten Adrian U. beantragten, die Anklageschrift nicht zu verlesen und das Verfahren einzustellen.

Sie kritisierten inhaltliche Fehler und schwere Mängel in der Anklageschrift und begründeten dies damit, dass der Tatvorwurf nicht hinreichend konkret beschrieben sei und dass sich ihr Mandant nicht ausreichend verteidigen könne. Nach ihrer Ansicht sei etwa die Schussabgabe nicht hinreichend dargelegt. Der Angeklagte U. selbst beantragte über seine Verteidiger die öffentlich Aufzeichnung der Verhandlung.

Bereits vor Prozessbeginn hatte U. im Gerichtssaal gesagt, er habe keine Schüsse auf Polizisten abgegeben. Er sagte auf die Frage einer Journalistin: "Ich habe eine Waffe in der Hand gehalten, ich habe aber zu keinem Zeitpunkt geschossen." Er habe nur "Widerstand" geleistet. Im gesamten Ermittlungsverfahren hatte sich U. zuvor nicht zu den Vorwürfen geäußert.

U. wird versuchter Mord vorgeworfen. Der ehemalige Mister Germany soll im August 2016 bei der Zwangsräumung seines Hauses in Reuden in Sachsen-Anhalt auf einen Beamten geschossen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 42-Jährige aus niedrigen Beweggründen handelte.

Laut Anklage wurde der Polizist nur deshalb nicht getötet, weil das Geschoss seine Schutzausrüstung traf. Bei einem Schuldspruch könnte U. eine lebenslange Freiheitsstrafe drohen. Die Tat vor gut einem Jahr gilt als Beginn einer Serie von Gewaltattacken sogenannter Reichsbürger in Deutschland.