Mutmaßlicher Paketbomber von Austin sprengt sich selbst in die Luft

Auf der Flucht vor der Polizei hat sich der mutmaßliche Paketbomber von Austin selbst in die Luft gesprengt. Der junge Mann zündete nach Polizei-Angaben den Sprengsatz in seinem Auto, als die Fahnder ihn festnehmen wollten

Auf der Flucht vor der Polizei hat sich der mutmaßliche Paketbomber von Austin selbst in die Luft gesprengt. Der junge Mann zündete nach Polizeiangaben den Sprengsatz am Mittwochmorgen (Ortszeit) in seinem Auto, als die Fahnder ihn festnehmen wollten. Die Behörden warnten jedoch, dass die Gefahr noch nicht vorüber sei: Der Mann habe vielleicht vor seinem Tod noch weitere Bomben abgeschickt oder platziert.

Seit Anfang März waren in Austin, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Texas, fünf Sprengsätze explodiert. Zwei Menschen wurden getötet und mehrere weitere verletzt. Die Motive hinter der Bombenserie blieben auch nach dem Tod des mutmaßlichen Täters zunächst weiterhin unklar.

Die Serie von Bombenanschlägen hatte Nervosität und Angst in der Stadt gesät. Hunderte Polizisten fahndeten fieberhaft nach dem Urheber. Bei der Polizei gingen mehr als 1200 Anrufe mit Hinweisen auf möglicherweise verdächtige Aktivitäten ein.

Auf die Spur des mutmaßlichen Täters kamen die Fahnder schließlich durch Videoaufnahmen und Zeugenaussagen, wie der Polizeichef von Austin, Brian Manley, sagte. Die Polizei verfolgte den Verdächtigen demnach zu einem Hotel am Rande der Stadt. Als er wegfahren wollte, sei der Zugriff erfolgt. Daraufhin habe sich der Mann in die Luft gesprengt. Ein Polizist sei dabei verletzt worden.

Nähere Angaben zur Identität des mutmaßlichen Täters machte Manley zunächst nicht. Er beschrieb ihn als einen 24-jährigen Weißen. In späteren Medienberichten hieß es, der Mann heiße Mark Anthony Conditt und sei 23 Jahre alt.

Der Lokalsender KEYE veröffentlichte Fotos, die den mutmaßlichen Täter zeigen sollen, wie er ein verdächtiges Paket in einer Fedex-Filiale abgibt. Darauf trägt er eine blaue Baseball-Kappe, Handschuhe und womöglich eine Perücke.

Bei den beiden Todesopfern der Explosionsserie handelt es sich um einen 17-jährigen und einen 39-jährigen Schwarzen. Auch eine 75-jährige Frau hispanischer Abstammung wurde lebensgefährlich verletzt.

Die Polizei hatte zu Beginn der Fahndung ein rassistisches Motiv des Täters vermutet. Da unter den Verletzten aber auch Weiße waren, wurde nicht ausgeschlossen, dass der Mann seine Ziele zufällig auswählte.

Der Polizeichef sagte, über die Motive des mutmaßlichen Täters sei nichts bekannt. Auch wisse er nicht, ob der Mann allein handelte oder Komplizen hatte.

Der Bürgermeister von Austin, Steve Adler, sagte: "Alle holen an diesem Morgen tief Luft." Doch werde die Erleichterung etwas dadurch gedämpft, dass die Fahndungen noch nicht zu Ende seien. Die Einwohner müssten weiterhin wachsam bleiben. Die für die Verfolgung von Sprengstoffanschlägen zuständige Bundesbehörde ATF rief die Bevölkerung auf, weiterhin auf "verdächtige Pakete oder Taschen" zu achten.

US-Präsident Donald Trump lobte die Einsatzkräfte: Diese hätten bei der Verfolgung des Paketbombers einen "großartigen Job" geleistet, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Bereits am Vortag hatte er sich zu der Bombenserie geäußert und den Urheber als "sehr, sehr krankes Individuum" bezeichnet.