Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Siebenjährigen zum Soldaten gedrillt haben

Angeklagter vor Oberlandesgericht München

Weil er ein Kind mit Schlägen zum Kindersoldaten zu drillen versucht haben soll, steht seit Dienstag ein mutmaßlicher IS-Anhänger vor dem Oberlandesgericht München. Außerdem soll der 30 Jahre alte Syrer Abdulhadi B. laut Anklage der Generalstaatsanwaltschaft München einen Bombenanschlag auf eine Synagoge in Berlin geplant haben.

B. ist als mutmaßliches Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt. Außerdem werden ihm gefährliche Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen.

Der Angeklagte war 2012 nach Deutschland gekommen und als Student in Würzburg eingeschrieben. Spätestens 2014 soll er sich der IS-Ideologie angeschlossen haben. Nach seiner Auffassung verdienten alle Glaubensrichtungen jenseits des IS demnach den Tod.

B. soll zunächst via Internet einen in Syrien lebenden Chatpartner zu einem Selbstmordattentat aufgefordert haben. Später soll er dann seine Würzburger Freundin aufgefordert haben, nach Syrien zu gehen und dort solch ein Attentat zu begehen.

Dem sieben Jahre alten Sohn der Frau soll er laut Anklage mindestens zehn Videos gezeigt haben, in denen Kinder für den IS kämpften, auf Menschen schossen und selbst erschossen wurden. So habe er das Kind als Kindersoldaten gewinnen wollen. Mit einem Holzstock soll er dem Kind zudem Schläge auf den Bauch versetzt haben, um ihn zu trainieren.

Außerdem soll B. im Jahr 2015 im Internet nach technischen Anleitungen zum Bau einer Bombe gesucht haben, um auf eine namentlich nicht näher bekannte Synagoge in Berlin einen Sprengstoffanschlag zu verüben. Der Prozess ist zunächst bis Ende März terminiert.