Mutmaßlicher Drogenbaron aus Albanien geht deutscher Polizei ins Netz

Albanische Adriaküste

Ein mutmaßlicher Drogenbaron aus Albanien ist in Düsseldorf festgenommen worden. Der 48-jährige Arber C. wird verdächtigt, die Fäden beim Schmuggel von 613 Kilo Kokain gezogen zu haben, die im Februar bei einer Razzia im albanischen Hafen Durres sichergestellt worden waren, wie Albaniens Polizei am Freitag in Tirana mitteilte. Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden bestätigte die Festnahme des Albaners. Gegen ihn laufe ein Auslieferungsverfahren.

Albanische Behörden schätzen den Wert des beschlagnahmten Kokains auf viele Millionen Euro. Es war die bislang größte derartige Beschlagnahme in dem Balkanstaat, der als wichtiges Transitland für den Drogenschmuggel in Europa gilt.

Arber C. soll die Einfuhr und den Weiterverkauf über seine Firma Arbi Garden betrieben haben, hieß es in Tirana. Wenige Stunden vor der Razzia im Hafen von Durres habe er sich abgesetzt, eher er in Zusammenarbeit mit der deutschen Polizei nun in Düsseldorf aufgespürt wurde.

Das Kokain war nach albanischen Polizeiangaben als Bananenlieferung getarnt. Bei der Razzia in Februar waren demnach zwei Menschen festgenommen worden - nicht aber Arben C. als mutmaßlicher Drahtzieher.

Auslöser der Festnahme war nach Angaben des Wiesbadener Bundeskriminalamts ein bei der Generalstaatsanwaltschaft Hamm gegen den Verfolgten geführtes Auslieferungsverfahren. Der Verfolgte sei am Freitag dem Amtsgericht Düsseldorf vorgeführt worden, das eine Festhalteanordnung erlassen habe, erklärte das BKA.

Der arme Balkanstaat Albanien hat sich zum wichtigen Umschlagplatz für Drogen in Europa entwickelt. Der Rauschgifthandel hat nach Schätzungen diplomatischer Kreise in Tirana ein Volumen erreicht, das in etwa einem Drittel des albanischen Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Seit 2014 ist Albanien Kandidat für einen Beitritt zur EU. Brüssel hat da Land explizit aufgefordert, schärfer gegen die Drogenkriminalität vorzugehen.