Mutmaßlicher Drahtzieher von kriminellem Cybernetzwerk in der Ukraine gefasst

Die Ukraine hat einen der mutmaßlichen Drahtzieher des weltweiten "Avalanche"-Hackernetzwerkes zur Verbreitung von Schadsoftware festgenommen. Wie die für Cyberkriminalität zuständige Polizeiabteilung am Montag mitteilte, wurde der Ukrainer Gennadi Kapkanow am Sonntag in Kiew im Besitz eines Passes mit einem anderen Namen gefasst. Ein Gericht in seinem Wohnort Poltawa in der Zentralukraine sollte über das weitere Schicksal des Verdächtigen entscheiden.

Das gigantische Botnetz "Avalanche" war im November 2016 zerschlagen worden. Nach vierjährigen Ermittlungen wurden damals 39 Server mit hunderttausenden Domains abgeschaltet. Sie griffen auf mehr als eine halbe Million Computer in 180 Staaten zu, allein in Deutschland waren es mehr als 50.000. Europol schätzte den Schaden insgesamt auf mehrere hundert Millionen Euro.

16 Verdächtige aus zehn Staaten wurden damals festgenommen, darunter auch Kapkanow in Poltawa. Nachdem ihn ein Gericht dort auf freien Fuß setzte, galt er als verschwunden. Bei seiner jetzt erfolgten Festnahme wurde nach Polizeiangaben auch seine Wohnung durchsucht. Ein Laptop und Computerzubehör wurden beschlagnahmt.