Mutmaßlicher Drahtzieher des Bengasi-Angriffs von Mordvorwurf freigesprochen

US-Konsulat in Bengasi nach der tödlichen Attacke 2012

Einer der Hauptverdächtigen der tödlichen Attacke auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi vor fünf Jahren ist in den USA vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Die Geschworenen eines US-Gerichts in Washington befanden am Dienstag, der Libyer Ahmed Abu Chattala sei nicht schuld an den Taten, die im September 2012 zum Tod des Botschafter Chris Stevens, eines seiner Mitarbeiter und zweier US-Sicherheitskräfte geführt hätten. Allerdings sprachen sie ihn der Terror-Unterstützung schuldig.

Insgesamt sprach das Gericht den Angeklagten in 15 Punkten frei, von denen mehrere mit einer lebenslangen Haftstrafe hätten geahndet werden können. Chattala wurde aber in vier weniger schwer wiegenden Punkten schuldig gesprochen, unter ihnen wegen "Vereinigung mit terroristischem Ziel" und Unterstützung von Terrorismus. Das Strafmaß für den 46-Jährigen soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.

Auch wenn Chattala theoretisch für die vier Vorwürfe zu insgesamt 60 Jahren Gefängnis verurteilt werden könnte, ist der Richterspruch ein Rückschlag für die US-Sicherheitsbehörden. Ihnen gelang es während des Verfahrens nicht, die Geschworenen davon zu überzeugen, dass der Angeklagte der Drahtzieher des Anschlags gewesen sei.

Wegen des Angriffs von Bengasi hatten die Republikaner dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama immer wieder Versagen vorgeworfen, weil das Außenministerium im Vorfeld Hinweise auf Sicherheitslücken in Bengasi und die Bedrohung durch Extremisten ignoriert haben soll. Außerdem beschuldigten sie Obama, den extremistischen Hintergrund der Attacke zunächst verheimlicht zu haben. Später richtete Donald Trump die Vorwürfe auch an Hillary Clinton, Obamas mehrjährige Außenministerin und Trumps Gegnerin im Präsidentschaftswahlkampf.