Mutmaßlicher Doppelmörder in Magdeburg zu lebenslanger Haft verurteilt

Wegen Doppelmords ist ein 28-Jähriger vom Landgericht Magdeburg zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Außerdem stellten die Richter am Dienstag die besondere Schwere der Schuld fest, womit eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen ist, wie ein Gerichtssprecher in Magdeburg sagte. Der Angeklagte soll im August 2015 in Thale in Sachsen-Anhalt einen 87-jährigen nahezu blinden Mann und dessen 57-jährigen körperbehinderten Sohn erschlagen haben.

Nach Überzeugung des Landgerichts handelte der Angeklagte aus Habgier. Nachdem er bei einem nächtlichen Diebstahl im Haus seiner Opfer von dem 87-Jährigen erwischt wurde, soll er den Mann und dessen noch schlafenden Sohn getötet haben. Um seine Spuren zu verwischen, legte er einen Brand.

Bereits im Mai 2016 wurde der Angeklagte wegen Mords, Raubs mit Todesfolge und Brandstiftung zu einer lebenslangen Haft unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verurteilt. Dagegen legte der mutmaßliche Täter Revision ein.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil wieder auf, weil die Beweiswürdigung in der ersten Instanz rechtsfehlerhaft gewesen sei. Der Fall musste daher vor einer anderen Strafkammer des Magdeburger Landgerichts neu verhandelt werden.

Mit seinem aktuellen Urteil folgten die Magdeburger Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte eine Verurteilung allenfalls wegen Brandstiftung gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte kann dagegen Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.