Mutmaßlicher BVB-Attentäter gesteht Zündung selbst gebauter Sprengsätze

Sergej W. im Dortmunder Landgericht

Im Prozess um den Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat der mutmaßliche Attentäter Sergej W. die Tat gestanden, zugleich aber jede Tötungsabsicht vehement bestritten. In einer Erklärung vor dem Dortmunder Landgericht entschuldigte sich W. am Montag für die Tat vom vergangenen April, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Er räumte demnach ein, die Sprengsätze gebaut, gelegt und gezündet zu haben.

Laut Anklage hatte W. am 11. April in einer Hecke unweit des Mannschaftshotels des Bundesligaklubs drei mit Metallstiften gefüllte Sprengsätze deponiert. Als sich das Team im Bus auf den Weg zu einer Champions-League-Partie gegen den AS Monaco machen wollte, zündete er demnach die Sprengsätze aus der Ferne. Der Abwehrspieler Marc Bartra und ein auf einem Motorrad vorausfahrender Polizist wurden verletzt.

W. gab am zweiten Verhandlungstag zu, dass er durch den Anschlag auf den BVB-Bus Geld verdienen wollte. Als Motiv des Angeklagten hatte die Staatsanwaltschaft zu Prozessbeginn im Dezember Habgier genannt. W. hatte demnach vor dem Anschlag auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie gewettet.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten einen aus Habgier, heimtückisch und mit gemeingefährlichen Mitteln begangenen 28-fachen Mordversuch vor. Zudem werden ihm das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. W. betonte hingegen in seiner Erklärung, er habe bei der Tat niemanden verletzen wollen.