Mutmaßlicher Betreiber von Selbstschussanlage in Saarbrücken angeklagt

Weil er eine angeblich auf Wildschweine zielende Selbstschussanlage errichtet haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken Anklage gegen einen 64-Jährigen erhoben. Dem Mann werden gefährliche Körperverletzung und der strafbare Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen vorgeworfen, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Demnach soll er im Sommer 2015 auf einem von ihm gepachteten Gartengrundstück in der saarländischen Hauptstadt eine Selbstschussanlage um einen Holzstoß herum errichtet haben.

"Die Selbstschussanlage sollte durch eine über dem Boden gespannte Schnur ausgelöst werden und zielte in mittlere Höhe", erklärte die Staatsanwaltschaft. Zwar soll der Mann auf dem Grundstück Schilder mit den Aufschriften "Betreten Verboten", "Vorsicht Elektrozaun" und "Vorsicht Knall" aufgestellt haben. Aussagekräftige Warnschilder oder akustische Warnhinweise auf die Selbstschussanlage oder eine Umzäunung seines Grundstücks gab es demnach aber nicht, obwohl ein Trampelpfad an dem Gelände liege und mit Passanten zu rechnen sei.

Ende Mai dieses Jahres habe ein Mann das Grundstück betreten und versehentlich die Selbstschussanlage ausgelöst, hieß es weiter. Ein Schuss in die linke Kniekehle habe ihm ein Hämatom mit einem Durchmesser von einem Zentimeter mit einer kleinen Wunde zugefügt. Der Beschuldigte sei geständig und habe angegeben, die Anlage zum Schutz vor Wildschweinen errichtet zu haben. Menschen habe er nicht verletzen wollen. Nach Angabe des angeschossenen Opfers habe er sich "in aller Form entschuldigt".

Dem Mann wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch vorgeworfen, mit einem Metalldetektor Kriegsmunition gesucht, geborgen und in seiner Wohnung sowie auf dem Gartengrundstück gelagert zu haben. Es soll sich dabei zum ganz überwiegenden Teil um Waffen und Waffenteile ohne Explosivstoffe gehandelt haben. Darunter waren demnach etwa Granaten, der Lauf eines Maschinengewehrs, Stabbrandbomben und Schrapnellkugeln. Über "waffen- oder munitionsrechtliche Erlaubnisse" verfüge der Mann nicht.