Mutmaßlicher Beteiligter des Bengasi-Angriffs einer US-Haftrichterin vorgeführt

Ein mutmaßlicher Beteiligter der tödlichen Attacke auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi vor fünf Jahren ist am Freitag einer Haftrichterin in den USA vorgeführt worden. Dem etwa 46-jährigen Mustafa al-Imam droht unter anderem wegen des Tods eines Menschen eine lebenslange Haftstrafe. Er soll mit rund 20 Bewaffneten bei dem Angriff am 11. September 2012 Botschafter Chris Stevens, einen seiner Mitarbeiter und zwei US-Sicherheitskräfte getötet haben.

Wegen der Tat steht in den USA bereits ein anderer Libyer, Ahmed Abu Chattala, vor Gericht. Er gilt als Drahtzieher des Angriffs und wurde 2014 in einer US-Kommandoaktion in Libyen festgenommen.

US-Präsident Donald Trump hatte die jüngste Festnahme selbst bekannt gegeben. Die genauen Umstände der Kommandoaktion in dem nordafrikanischen Land wurden nicht bekannt. Nach der rund halbstündigen Anhörung am Freitag setzte Richterin Deborah Robinson einen weiteren Termin für Donnerstag an.

Wegen des Angriffs von Bengasi hatten Trumps Republikaner dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama immer wieder Versagen vorgeworfen, weil das Außenministerium im Vorfeld Hinweise auf Sicherheitslücken in Bengasi und die Bedrohung durch Extremisten ignoriert haben soll. Außerdem beschuldigten sie Obama, den extremistischen Hintergrund der Attacke zunächst verheimlicht zu haben. Als Trump Obamas mehrjährige Außenministerin Hillary Clinton im Präsidentschaftswahlkampf stand, richtete Trump die Vorwürfe auch an Clintons Adresse.