Mutmaßliche Mitglieder syrischer Dschihadistengruppe in Niedersachsen angeklagt

Die Bundesanwaltschaft hat drei mutmaßliche frühere Mitglieder der syrischen Dschihadistengruppe Al-Nusra-Front angeklagt. Nach Angaben vom Donnerstag erhob die Karlsruher Behörde gegen die Männer im Alter von 42 bis 51 Jahren Anklage vor dem Oberlandesgericht (OLG) im niedersächsischen Celle. Sie sollen sich ab 2012 dem ehemaligen Ableger des Al-Kaida-Netzwerks in Syrien angeschlossen und teils Kriegsverbrechen begangen haben.

Die Beschuldigten unterstützten die Islamistenmiliz demnach in einer Stadt im Norden des Bürgerkriegslands auf verschiedene Art und Weise unterstützt. Unter anderem sollen sie Diesel zu finanziellen Zwecken verkauft und bewaffnete Wachdienste an Checkpoints verrichtet haben.

Die beiden jüngeren Angeklagten sollen sich nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zudem an der Vertreibung von Anhängern der Regierung von Machthaber Baschar al-Assad und Angehörigen der kurdischen Bevölkerung aus der Stadt beteiligt und damit Kriegsverbrechen begangen haben. Alle drei müssen sich darüber hinaus wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorgruppe verantworten.

Die Al-Nusra-Front firmiert inzwischen unter dem Namen Fateh al-Scham. Die drei Beschuldigten flohen nach Deutschland, als kurdische Einheiten die Stadt einnahmen. Sie wurden bereits im Juni 2017 festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.